Donnerstag, 14. Januar 2016

Roadtrip N°2

Gepackt von der Wanderlust machten wir fünf Mädels uns nach Weihnachten zu unserem zweiten gemeinsamen Roadtrip auf.
Würde ich hier jeden einzelnen Tag beschreiben würde wahrscheinlich ein ganzes Buch entstehen, daher beschreibe ich nur kurz meine ganzen Highlights, von denen es einige viele gibt! 
Auf unserem Weg nach Kapstadt machten wir einen Stop auf dem Anliegen einer Straußenfarm, die von zwei Schwaben betrieben wird. Abends zeigte uns der Herr des Hauses, wie man ein Straußenei öffnet und leert, ohne es kaputtzumachen. Zum Frühstück gab es ganz passend zu der Location also Straußenrührei und Crepes mit Straußenei. Geschmacklich ist dieses auf jeden am Fettgehalt zum normalen Hühnerei zu unterscheiden und es ist auch etwas intensiver im allgemeinen Geschmack. Auf jeden Fall sehr sehr lecker und überhaupt bin ich um jede kulinarische Erweiterung sehr froh.
In Kapstadt war mein absolutes Highlight die Wanderung auf den Tafelberg. Unsere Reiseführer warnten bereits davor, diesen Aufstieg nicht zu unterschätzen. Also begannen wir unseren Hike in aller Frühe umso gut wie es ging der Mittagssonne zu entkommen. Drei Stunden, 12 Minipausen, 1085 Höhenmeter, traumhaften Ausblicken und tausenden ungleichmäßigen Steintreppen später kamen wir erledigt, durchgeschwitzt, aber sehr stolz auf der Spitze des Tafelberges an. Und der Aufstieg hat sich mehr als gelohnt. Der Ausblick, den man vom Gipfel hat ist mit nichts zu vergleichen. 


Der Tafelberg aus sicherer Entfernung

Auf dem Gipfel angekommen

Neben kleineren, nicht zu meidenden Sightseeing-Etappen besuchten wir den Neighbourgoods Market, Fuhren zum Kap der guten Hoffnung, schauten uns das Musical "Orpheus in Africa" an, besichtigten den botanischen Garten und shoppten uns durch die Longstreet. Nicht weit von dieser fand ich den kleinen deutschen Buchladen "Ullrich Naumann", der seit 1959 besteht. Hier deckte ich mich mit einigen neuen Büchern ein und stöberte mich durch allerlei Neuerscheinungen. 
Am Silvesterabend setzten wir uns mit einer Flasche Sekt und ein paar kleinen Snacks auf einen der Stege im Hafen von Kapstadt und empfingen mit tausenden anderen Menschen aus aller Welt das neue Jahr. Das Feuerwerk, gespiegelt im atlantischen Ozean war atemberaubend eindrucksvoll. Die Geräuschkulisse ebenso faszinierend. Unmittelbar nach den ausgetauschten Neujahrsumarmungen tauchte direkt vor uns eine Seerobbe auf. Dies war wohl der niedlichste Neujahrsgruß aller Zeiten. 
Wie viele andere strömten wir ungefähr eine Stunde später zur Long Street. Dort trafen wir die anderen Freiwilligen und feierten gemeinsam die ersten paar Stunden des neuen Jahres. Die Longstreet wird in dieser Nacht alljährlich zur Partymeile umfunktioniert, indem jeglicher Autoverkehr bis morgens um vier untersagt ist und sich Menschenmassen auf der Straße tummeln, um gemeinsam zu feiern.
Sogar die ASC-Freiwilligen aus Namibia trafen wir hier.
Morgens um halb sechs fielen wir dann alle erledigt, aber glücklich ins Bett. Den nächsten Morgen begannen wir sehr entspannt, indem wir uns mit Obst und Gebäck in den Company's Garden setzten und das Wetter und den Ausblick genossen. Außerdem besuchten wir die South African National Gallery und eine Londoner Ausstellung mit den Gewinner- und Finalbildern  von Naturfotografen (wildlife photographer of the year 2015 exhibition).
Desweiteren besuchten wir den Neighbourgoodsmarket in Kapstadt, auf dem jeden Samstag ab 9Uhr Delikatessen aus aller Welt angeboten werden. Wir probierten uns durch fast alle Stände, bestellten uns spanische Frühstücksburger und deutschem Flammkuchen und genossen das Treiben mit einem frischem Smoothie in der Hand.





















Bildergebnis für glattwal weibchen mit kalbNach unserer Zeit in Kapstadt ging es für uns weiter nach Hermanus. Der Ort, indem man laut Reiseführer die vorbeiziehenden Wale vom Balkon aus beobachten kann. Und dies stimmte wirklich. Wir kamen in einem kleinen, gemütlichen, sehr familiären Backpackers unter und bekamen die besten Tipps was es hier zu unternehmen gab. An einem der morgende standen Silvana und ich in aller Frühe auf und wanderten einen Teil des 12km langen Cliff Path direkt am Meer entlang. Während dieser Wanderung, inklusive eines wunderschönen Sonnenaufgangs konnten wir im Spazieren einige Wale beobachten, die ihre Fontänen aus dem Meer schossen. Teilweise stiegen sie etwas aus dem Wasser und wir konnten aus weiter Entfernung nur erahnen wie gigantisch sie sind. Während des Winters verbringen sehr viele Glattwalweibchen die Zeit mit ihren Kälbern direkt an der Küste von Hermanus. 18 dieser Gespanne wurden im letzten Winter beobachtet.



Kurz vor den überfüllten Touristenstränden suchten wir uns eine kleine Bucht, in der wie später auf die anderen drei Mädels trafen und so gemeinsam den restlichen Tag verbrachten, indem wir viel lasen, Musik hörten, entspannten und ab und zu eine Abkühlung im Meer genossen. Zurück fuhren wir abends mit einem der TucTucs, die hier die Touristen für kleines Geld umherfahren.
Am 3. Januar hatte Silvana Geburtstag und so planten wir den Tag ordentlich durch. Wir begannen mit einem ausgiebigen Frühstück und gingen später in den Old Harbour, wo wir eine Sea-Kayaking-Tour gebucht hatten. Je zu zweit ging es dann also los, bei mäßigem Wellengang und herrlichstem Wetter. Wir konnten selbst an den tiefsten Stellen noch unfassbar weit unter uns die Algen und Wasserpflanzen erkennen. Dort wo wir entlang paddelten gab es noch vor ein paar Jahren einen Strand und nun strahlte der dort immernoch vorhandene weiße Sand das Wasser in einem herrlichen türkis zurück. Auch einen Pinguin konnten wir auf unserer Tour entdecken und wir sprangen mitten auf dem indischen Ozean ins Wasser, um der Hitze kurz zu entkommen. Auf dem Rückweg in den Hafen kamen die Wellen leider aus der anderen Richtung und bis auf Silvana wurden wir dabei alle etwas seekrank. Das Paddeln auf dem Meer war herrlich und eindrucksvoll und trotzdem war ich am Ende froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
An unserem letzten Tag in Hermanus gingen wir mit einem der Besitzer des Backpackers Sandboarden. Dies kann man sich sehr ähnlich zu Snowboarding vorstellen, nur ohne Sessellift und Schnee.
Vor der Abfahrt wird das Board mit einem speziellen Wachs großzügig eingerieben, anschließend mit Sand bestreut und noch einmal abgerieben, sodass die Unterseite schön geschmeidig ist.
Und dann ist alles sehr ähnlich zum Snowboarding, abgesehen davon dass man nicht so einen großen selbstständigen Bewegungsradius hat und auch nicht ganz so schnell ist.
Es hat unfassbar viel Spaß gemacht, die Dünen herunter zu surfen. Und etwas Sand zu essen gehört anscheinend einfach dazu.

Nach Hermanus ging es weiter in Richtung des Tsitsikamma-Gebirges, mit einem Zwischenstopp am südlichsten Punkt Afrikas, wo sich der indische und der atlantische Ozean treffen. Vom Leuchtturm aus machten wir eine kleine Wanderung zu diesem Punkt, machten einige Bilder und ließen uns von der Größe dieses Augenblickes berieseln.

In Tsisikamma machten wir allerlei Adventure-Aktionen, um unseren Roadtrip perfekt abzurunden. Wir, das heißt Lea, Leslie und ich wagten den Bungeesprung von der 216m hohen Bloukrans-Brücke, der höchsten Bungeebrücke weltweit. Gemeinsam mit ca. 20 anderen Springern gingen wir unter der Brücke entlang und mit jedem Schritt wurde dabei der Abgrund unter uns tiefer.
In der Mitte der Brücke angekommen ging dann alles ganz schnell. Wir wurden mehrfach gesichert, ein letzter Gruß in die Kamera und dann standen wir, gehalten von zwei Sicherheitsmännern vor dem Abgrund. Und dann hieß es 3, 2, 1, Bungeeee!!
Um die fünf Sekunden freier Fall. Ein herrlicher Ausblick. Adrenalinaustoß vom Feinsten. Erst ein Angstschrei. Dann viele Freudenschreie. Und schließlich zurück auf der Plattform Umarmungen von den Mädels und natürlich der Wunsch direkt noch einmal zu springen.
Ein einmaliges Erlebnis, dass mir sehr viel Mut abverlangte und einen Heidenspaß macht!



Bildergebnis für tsitsikamma bungee


Des Weiteren machten wir im Tsitsikamma eine Ziplinig-tour über mehrere Wasserfälle und wunderschöne Schluchten und Landschaften.
Einen Regentag verbrachten wir bei heißer Schokolade, Chai Latte und Kartenspielen (Monopoly Deal, Romme, Schwimmen und President) in einem Surfercafé.
Bei besserem Wetter besichtigten wir die Suspension-Bridge, eine Hängebrücke in einer Schlucht mitten über dem Meer und machten eine Black-Water Tubing Tour.
Hierbei bekam jeder einen Wetsuit und einen großen, gelben Schwimmreifen zur Verfügung gestellt. Dann ging es los zu einer Tour auf dem Stormsriver mit Stromschnellen, Strudeln, Sprüngen ins Wasser aus bis zu acht Metern, Schokoriegeln und einer Menge Spaß.
Nicht selten steckten wir zwischen einzelnen Felsen fest oder wurden aus unserem Reifen geschleudert. Alleine war diese Tour sicher nicht zu meistern und so hielten wir uns aneinander fest, zogen uns mit oder wieder in den Reifen hinein und gaben ganz automatisch auf den Rest der Truppe acht.
Am letzten Tag gingen wir shoppen und machten uns dann wieder auf nach East London.
Der Roadtrip war nahezu perfekt! Und sogar noch besser als der Erste! Und natürlich ging er viel zu schnell rum.






Montag, 11. Januar 2016

Weihnachten im südafrikanischen Paradies

Weihnachten 2015.
Letztes Jahr um diese Zeit hätte ich nicht gedacht, dass ich dieses Weihnachtsfest nicht zu hause, sondern fern von Familie, Freunden und allen dazugehörigen Traditionen und Bräuchen feiern werde.
Mit Menschen, die ich bis vor einem Jahr noch nicht einmal kannte. Und die jetzt schon so sehr zu meinem Leben gehören, dass ich sie mir nicht mehr wegdenken kann. Und vielleicht sind es gerade diese vier Mädels, die ich nächstes Jahr an Weihnachten vermissen werde.




Heiligabend 2015. East London.
Ganz entspannt und ganz ohne Hektik, dafür aber mit einer großen Portion Pfannkuchen begannen wir diesen Tag. Nach einem kurzen Abstecher ins Kinderheim mit einer kleinen vorzeitigen Bescherung für Aunties und Kinder verabschiedeten wir uns in unsere Urlaubszeit.
In Kleidern und mit Weihnachtsmütze fuhren wir bei herrlichstem Wetter ans Meer und hielten diesen Tag in einem kleinen Fotoshooting fest. Bevor wir uns aufmachten, um unser Weihnachtsessen vorzubereiten sprangen wir alle noch in den indischen Ozean.
Pünktlich zum Weihnachtsfest kam ein Paket von meiner Familie an. Mit kleinen Geschenken, lieben Worten, ganz vielen Erinnerungen und noch mehr Liebe!
Ein selbstgemachter Jutebeutel von meiner großen Schwester & die bunte Süßigkeitentüte von meiner Oma ließen mich grinsen. Die Videos von unserem neusten Familienzuwachs ließen mich das ein oder andere mal herzhaft lachen. Die Weihnachtskekse nach streng geheimen, uraltem Familienrezept ließen mich vor Genuss seufzen. Die Worte die gefunden wurden, um mir ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen ließen mich wissen, dass ich trotz der Entfernung von über 9.555km in den Köpfen meiner Familie, aber noch vielmehr in ihren Herzen dabei bin.
Diese Aufmerksamkeiten, von denen alle mit sehr viel Persönlichkeit bestückt waren trieben mir sogar ein paar Tränchen in die Augen. Freudentränen. Ganz klar! Mit ein ganz paar vermissenden Gefühlen. Ich freue mich jetzt schon doppelt so sehr auf das nächste gemeinsame Weihnachtsfest.

Zum Abendessen haben wir uns nach südafrikanischen Weihnachtstraditionen informiert und so gab es Samp & Beans (Maisgrieß und eine Art Kidneybohne), wilden Spinat mit Fetakäse und ein mildes Hähnchencurry.
Bei der Kochzeit der Samp & Beans haben wir uns leider etwas vertan und daher waren diese nach drei Stunden noch etwas hart, aber trotzdem sehr genießbar.
Zum Nachtisch gab es Vanilleeis und einen warmen Apfel-Walnuss-Aprikosen Nachtisch.
Dieses Abendessen war unglaublich gelungen und noch viel leckerer, als es klingt.
Meine Schwester freut sich jetzt schon darauf, dass ich dieses Gericht für sie nachkoche, wenn ich wieder daheim bin.
Eigentlich hatten wir nach dem Essen die Bescherung eingeplant, aber da wir ewig fürs Kochen gebraucht haben, mussten wir unsere Pläne etwas umschmeißen. Wir besuchten an diesem Abend die Christmette im Parkside-Township, in der Good Sheperd Kirche. Über drei Stunden ging diese Messe und war gefüllt von unendlich vielen Kerzen, bekannten und unbekannten Gesängen, Lobpreis, Gemeinschaft und dem weihnachtlichen Zauber, der jedes Jahr aufs Neue Menschen zusammenbringt und zusammen feiern lässt.
Noch getragen von diesem Gefühl, aber auch von sehr viel Müdigkeit fuhren wir zurück nach hause, wo mit dem Gedanken an die bevorstehende Bescherung alle Müdigkeit augenblicklich wie weggeblasen war. Wir haben uns jeweils zu viert zusammen getan, um jeder WG-Mitbewohnerin eine gemeinsame Weihnachtsaufmerksamkeit zu schenken.
Tomke bekam eine neue Handyhülle und einen Selfie-Stab. Lea eine neue Musikbox. Leslie ein Glätteisen mit einem integrierten Lockenstab und Silvana eine neue Leash für ihr Surfboard.
Mir schenkten die Mädels zwei Bücher (The 100, Day 21 von Kass Morgan & ein Rezeptebuch für Smoothies). Als Lacher gab es für mich zusätzlich Instant-Augenbrauen zum Aufkleben, die ich wahrscheinlich für das nächste Faschingsfest oder die nächste BadTaste-Mottoparty aufheben werde.

Unser Weihnachtsfest war sehr einfach gehalten, spektakulär, anders, wunderschön, traditionell gemischt, südafrikanisch. deutsch, lecker, verzaubernd und einfach nur schön.



Montag, 21. Dezember 2015

Wenn Gedanken fließen 2.0

Die Adventskalendertürchen sind fast alle geöffnet und meine Geschenke wurden alle schon gelost. Somit kann ich nun die letzten beiden Slams veröffentlichen.
















Der Slam für Tomke:

Immer wieder ist es die Musik,
die dich in deiner kleinen Welt umgibt.
Gefühle, die dich treiben
und sich in Melodie mit dir vereinen.

SOPRAN spielt nicht die erste Geige,
Textsicherheit geht gerne mal zu Neige.
ALT gibt dir keinen Halt,
wirkt manchmal wie verstrahlt.
BASS lässt dich träumen,
so manchen Anstand mal versäumen.
TENOR flüstert dir ins Ohr,
spielt dir deinen eigenen Takt vor.

Zusammen sicher unschlagbar.
Die Musik & Du? 

                                    - Ein Traumpaar-

War sicher vorher noch keines wie ihr da.




Der Slam für Leslie:

Immer gerade heraus,
ohne Umschweife sprichst du es aus.
Reden, ohne über Konsequenzen nachzudenken,
mehr Ehrlichkeit kann man einem Menschen nicht schenken.

Vielleicht nicht immer ein Kompliment,
aber auf jeden Fall besser,
wenn man das Kind direkt beim Namen nennt.

So klein - 
und doch so hoch gebaut.
So zart - 
und doch so laut.

Wenn man dich fragt,
dann weiß man;
woran man bei dir ist
& das ist geil, man!













Freitag, 18. Dezember 2015

Holiday Program ELCYCC & Support der besonderen Art

In dieser Woche haben wir das Ferienprogramm auf dem Glen Stella Campus durchgeführt. Da die Jungs im Moment auf ihrem Roadtrip sind haben wir beide Autos zur Verfügung, was uns die Organisation enorm erleichtert. So schnappten wir uns also jeden Tag die sieben Kinder aus dem Kinderheim, die während der Ferien nicht die Möglichkeit haben nach hause zu fahren und fuhren zum Glen Stella Campus. Für jeden Nachmittag haben wir eine andere Aktion für die Kinder geplant. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit in den Pools der Merrifield School kleine Schwimmstunden abzuhalten. Wir teilten uns also auf und jeden Tag gingen zwei von uns mit einer kleinen Gruppe schwimmen, während die anderen drei auf dem Campus das Programm durchführten. Dies war besonders für unsere ganz kleines ein sehr besonderes Erlebnis. Nach einer kalten Dusche setzten wir uns mit den beiden erst einmal an den Beckenrand und plantschten fleißig mit den Füßen im Wasser herum. Anschließend nahmen wir einige Hände voll Wasser und gewöhnten sie so langsam an die Wassertemperatur. Miso hatte überhaupt keine Angst und war direkt voll motiviert ins Wasser zu springen. Daher fiel es Kasimla wahrscheinlich auch um einiges leichter sich ins Wasser zu trauen. Kasimla ist ein Junge, der viel weint und sich besonders in Situationen in denen er Angst hat mit Gewalt wehrt. Silvana schnappte sich Miso und ich holte mir Kasimla ins Wasser. Am Anfang hielt er sich wie ein kleiner Klammeraffe an mir fest, aber nach und nach entspannte er sich immer mehr. Ich hielt ihn vor mir und ging langsam rückwärts durchs Wasser, sodass er sehen konnte wo es hingeht. Nach einigen Runden entspannte sich sein Griff auf meinen Schultern und er begann fast wie von selbst seine Beine auszustrecken und zu bewegen. So glitt er durchs Wasser und fing an diese sensomotorische Erfahrung zu genießen. Zwischendurch machten wir eine kleine Pause am Beckenrand, um erneut mit den Beinen im Wasser zu planschen, bis uns das Wasser ins Gesicht spritze. Die beiden wollten danach unbedingt wieder ins Wasser. Wir hatten also definitiv den Spaß an der Bewegung im Wasser geweckt.
Als wir nach dieser letzten Runde wieder aus dem Wasser gingen waren die beiden von Euphorie nur so durchströmt. Sie lachten und sprangen wie aufgeladen herum.
Als die beiden nach einer kalten Dusche und abgetrocknet am Beckenrand standen kam eine sehr heftige Windböe auf, die den Großteil unserer Sachen in den großen, tiefen Pool wehten.
Also zog ich meinen Badeanzug fix wieder an und tauchte unseren Sachen hinterher. Und auch die beiden Kleinen fanden diese Aktion unendlich lustig. Sie bekamen sich vor Lachen gar nicht mehr ein. Aber Silvana und mir ging es nicht anders.
Nachdem die Sachen dann ausgewrungen waren machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg. Ein tolles Erlebnis, welches wir auf jeden Fall wiederholen müssen!

Montag:
Facepainting
Dienstag:
Holzfiguren bemalen
Mittwoch:
Zahngesundheitstag
Donnerstag & Freitag:
Batik - Tshirts einfärben


Fleißige Künstler

Batiken


Im Laufe der Woche sprachen wir viel mit Fundiszwa, einer der Aunties im Kinderheim und bemerkten schnell, dass sie etwas bedrückt. Irgendwann begann sie zu erzählen, dass in ihrer Familie in letzter Zeit viele Dinge passiert sind, die sie sehr beschäftigen und bewegen. Innerhalb der Woche finden viele Gedenkfeiern für verstorbene Verwandte statt. Allerdings ist es ihr unter der Woche nicht möglich, das Kinderheim zu verlassen bzw. frei zu bekommen. Zusätzlich hat Lindi, eine der Maids im Moment Urlaub.
Am Samstag findet die Gedenkfeier für ihre Mutter statt und als Lea und ich ihr anboten an diesem Tag das Kinderheim zu übernehmen, brach sie in Tränen aus und fand kaum Worte uns zu danken. Für Lea und mich war es mehr als selbstverständlich sie zu unterstützen. Fundiszwa ist im Kinderheim unsere engste Person, unsere Vertraute. Wir können bei allen Fragen, Sorgen und Anliegen zu ihr kommen und sie ist ehrlich interessiert an unserem Wohlbefinden und unserem Leben. Wir waren sogar schon zu einer traditionellen Feier in ihrer Familie eingeladen. Sie integriert uns so gut es geht in alle kulturellen Kontexte und wir können unheimlich viel miteinander lachen.
Keine Frage also, dass wir sie vertreten.
Nach einer Menge Umarmungen ließen wir eine überglückliche Fundiszwa im Kinderheim zurück.
Und Lea und ich begannen direkt den Spaßtag mit den Kindern zu planen.


Donnerstag, 17. Dezember 2015

2. Seminar & Tomkes Geburtstag




In der letzten Woche fand unser zweites Zwischenseminar in Areena statt. Wieder trafen sich dort alle 36 Freiwilligen des ASC46, um sich an fünf gemeinsamen Tagen über die bisherigen Erfahrungen auszutauschen.
Neben Präsentationen, Regeln, Erfolgen und dem Setzen neuer Ziele gab es bei herrlichstem Wetter genug Zeit für Gruppenaktionen rund um das Riverside Resort.
Unter anderem gingen wir erneut paddeln und veranstalteten ein PoolBilliard-Kicker-Tischtennis-Airhockey-Turnier.



Das Highlight der Gruppenaktionen war mit Abstand die Wanderung am Donnerstagmorgen. Bei herrlichstem Sonnenschein trafen wir uns um kurz vor sieben und starteten unseren Fun-Walk. Wir kletterten leere Bachläufe herunter und kamen nach dieser kurzen Kletterpartie am Fluss an. Einige Stellen waren, trotz dass die Tide sehr niedrig war fast unmöglich zu begehen, ohne ins Wasser zu treten oder gar zu fallen. So entschieden sich einige von uns spontan den Weg durch das Wasser zu wählen, entledigten uns unserer Schuhe und Socken und sprangen in den Kwelera-River. Wir schwammen einige hundert Meter den Fluss hinauf und robbten, teilweise etwas unelegant, wieder aus dem Wasser, um unseren Hike fortzusetzen. Nach einem sehr durchnässten Gruppenfoto ging es ein langes, letztes Stück den Abhang wieder hinauf. Durch das dichteste Geäst, feuchtes Dickicht, eine Menge Palmengewächse und hier und da ein Seil zum heraufziehen. Nach dieses Anstrengung kamen wir erledigt, aber glücklich am Aussichtspunkt an und freuten uns alle sehr auf das Frühstück und viel Wasser!
Sich morgens direkt gemeinsam auszupowern gibt dem Tag viel Potenzial perfekt zu werden.
Aber es gab auch traurige Situationen während des Seminares. Wir mussten und zum Beispiel von Lars verabschieden. Lars König war unser Mentor hier vor Ort und der erste aus SA, den wir bei der Entsendefeier im Juni kennen lernten. Besonders durch die Reittherapie und die enge Zusammenarbeit mit seiner Frau Nicole war er gerade uns East London Freiwilligen sehr verbunden. Lars war unter anderem auch der Vertreter des Landes Niedersachsen hier im Eastern Cape, also trafen wir ihn auch bei vielen öffentlichen Veranstaltungen und Empfängen. Er hat viel im Hintergrund für uns gerissen und hatte immer ein offenes Ohr für uns.
Wir Freiwilligen verabschiedeten uns von ihm mit einem kleinem Scrapbook, welches ich mit Hanna organisierte. Gemeinsam holten wir viele Ehemalige ins Boot und sammelten Anekdoten, Sprüche, Dankesworte und eine Menge an gemeinsamen Erinnerungen ein. Wir füllten das kleine Büchlein mit Fotos, Worten des Abschieds und der Dankbarkeit, dass ihn hoffentlich an seine Zeit in SA, beim ASC46 und vor allem an die Arbeit mit den Freiwilligen erinnern wird.
Nach einer Menge Umarmungen, Tränen und rührenden Worten stellten wir uns zu einem Tunnel auf. Diesen musste Lars mit geschlossenen Augen passieren und wir Freiwilligen ließen unsere Gedanken fließen und teilten ihm beim passieren das mit, was wir an ihm zu schätzen gelernt haben.
So verließ eine wichtige Vertrauensperson das Mentorenteam und wir sind sehr gespannt, wer seinen Platz im neuen Jahr einnehmen wird.
Am 12.Dezember feierten wir Tomkes 19. Geburtstag. Wir hatten den ganzen Tag durchgeplant und vorbereitet und starteten am Samstagmorgen mit Pancakes, Geschenken und Oreotorte in den Tag.



Anschließend fuhren wir erneut nach Areena, wo wir eine Beautyanwendung im Spa reserviert hatten. So ließ sich Tomke eine gute Stunde mal so richtig verwöhnen und durchkneten. Wir anderen saßen derweil am Kwelera und genossen das herrliche Wetter.
Danach wollten wir eigentlich nach Chintsa fahren. Aber am Strand angekommen startete ein sintflutartiger Regenguss und wir machten uns schnell wieder auf den Weg nach East London. Zwischendurch war das Unwetter so schlimm, dass wir anhalten mussten und abwarteten, bis wir wieder etwas sehen konnten. So schnell wie das schlechte Wetter gekommen war, verabschiedete es sich auch wieder. Und so konnten wir bei Sonnenschein und einer lauen Brise doch noch unser geplantes Picknick am Strand begehen. Neben einer Menge Obst gab es eine selbstgemachte Quiche und Saft aus improvisierten, zerschnittenen Wasserflaschen.
Nach dieser Stärkung besuchten wir das Aquarium von East London, streichelten dort Pinguine, machten Schildkröten-Selfies und informierten uns über verschiedene Walarten.
Nach einer erneuten kleinen Stärkung fuhren wir abends ins Kino und sahen den letzten Tribute von Panem Film. Rundum also ein sehr perfekter Tag, dem Anlass gebührend.

Das Geburtstagskind in der Mitte



Schildkröten-Selfie





Wenn man den Kopf schief hält ist es ein atemberaubendes Bild!

Fütterung







Sonntag, 13. Dezember 2015

Wenn Gedanken fließen - Adventskalendar

Wir Mädels haben uns hier im Haus einen kleinen Adventskalendar  nach dem Wichtelprinzip zusammengestellt. Das heißt, jeder beschenkt einmal jeden und einmal die Gruppe. So kommen wir auf insgesamt 25 Geschenke und am 24. Dezember ziehen wir zwei mal.

Ich habe abgesehen von den materiellen Geschenken, je im Wert von ungefähr 30Rand, also ca. 2€ noch für jeden der Mädels einen Slam geschrieben, der ihre Persönlichkeit ein wenig beschreibt. Diese vier sind alle sehr unterschiedlich geworden und je nachdem, wann sie gezogen werden, werde ich diese auch hier mitteilen. Leas und Silvanas sind bereits geöffnet wurden.





Der Slam für Lea:

Es noch zu toppen, 
das wär schwer.
Unmöglich trifft es mehr.
Fallen, stolpern, wackeln, schneiden,
Brechen, stürzen, suchen, leiden,
Lachen, taumeln, schreien, meiden,
Rutschen, straucheln, vergessen, weinen.

Wahrscheinlich würdest du's verneinen.
Ist es leicht ein Tollpatsch zu sein?


















Der Slam für Silvana:

Wo Leben dich reißt,
die Tide dich zwingt.
Kämpfen noch kämpfen heißt
und Kampf dir den Erfolg bringt.

Wo Felsen herausragen,
dich Wellen hinaustragen.
Spannung dich trägt
und du dich erhebst.

Wo Wasser dich umspielt,
dich liebkost und dir droht.
Technik kleiner ist,
als das Gefühl von dem, was dich umgibt.

Wo das Meer dir was erzählt, 
dir zuhört, dich verdreht.
Was dir mal wichtig war,
wird nun vom Wind verweht.

Das Surfen bringt dich runter,
fast wie im gleichen Zug.
Es puscht dich, macht dich munter,
kriegst einfach nicht genug. 






Samstag, 5. Dezember 2015

Wenn Gedanken fließen 1.0

Ich habe hier in Südafrika angefangen Gedanken in kleinere und größere Poetry Slams, Verse, Oden und Gedichte zu verfassen.

Ich weiß noch nicht, was ich damit machen werde und ob ich damit weitermache, aber ich habe mich entschieden einige Auszüge dieser kleinen Werke hier mit euch zu teilen.
Diese könnt ihr weiterhin unter den Toppics "Wenn Gedanken fließen" finden.


Aus: "Sei mal Meer"

[...]
& wenn wir dann ankommen, ohne Angst und vollgepackt-
mit einem Rucksack der 80kilo wiegt und das Leben leichter macht.

Vielleicht & nur vielleicht können wir dann sehen, was das Leben für uns hat
und entdecken wie man weiterhin, möglichst viele Fehler macht.
Um das Leben zu verstehen, um zu sein wie die Flut.

Lass mal gehen, lass mal schweben,
lass man singen, sporteln, weinen.
Lass uns was reißen, woran wir uns erinnern.
Lass uns unser Leben leben, ab von allen Regeln, Werten, Normen
für ein ganzes Jahr lang teilen.

Denn wer will schon die Möwe sein,
die sich treiben lässt vom Meer?
Sei mal selber mehr als Meer und zeig der Welt, ohne das Wesentliche zu Vergessen,
dass du es bist, den sie nicht schwerlich vermissen.

Sei der Ozean, mach es dir klar.
Sei verrückt, benebelt taub.
Spar dir ab heute nichts mehr auf.
Sei mal nicht nur für dich selber da.

Genieße Zeiten, Liebe, Leben, fern vom Trott der Alltagszeit.
Zeig den deinen, wer du bist und halt dich selber nicht mehr klein.
[...]
Doch wir sind auf einer Reise.

Auf der größten, mit den Größten,
ab vom Schuss in tiefen Landen.
Sei mal du - lass dich nicht treiben.
Sei der, der antreibt ohne zu verweilen.
Gib dir selbst die Chance
& fang an diese Momente zu teilen.

& wenn du dann zurückblickst auf ein Jahr ohne Familie.
Gibt es dort - das wirst du spüren
eine Neue und offene Türen.
Orte, die dir was bedeuten
und dich fühlen lassen:

Wir haben gelebt - 
    wir sind der Ozean, das Meer.
Die See und die Gezeiten -
                         und ja!
              Wir wollen noch viel mehr!