Freitag, 18. Dezember 2015

Holiday Program ELCYCC & Support der besonderen Art

In dieser Woche haben wir das Ferienprogramm auf dem Glen Stella Campus durchgeführt. Da die Jungs im Moment auf ihrem Roadtrip sind haben wir beide Autos zur Verfügung, was uns die Organisation enorm erleichtert. So schnappten wir uns also jeden Tag die sieben Kinder aus dem Kinderheim, die während der Ferien nicht die Möglichkeit haben nach hause zu fahren und fuhren zum Glen Stella Campus. Für jeden Nachmittag haben wir eine andere Aktion für die Kinder geplant. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit in den Pools der Merrifield School kleine Schwimmstunden abzuhalten. Wir teilten uns also auf und jeden Tag gingen zwei von uns mit einer kleinen Gruppe schwimmen, während die anderen drei auf dem Campus das Programm durchführten. Dies war besonders für unsere ganz kleines ein sehr besonderes Erlebnis. Nach einer kalten Dusche setzten wir uns mit den beiden erst einmal an den Beckenrand und plantschten fleißig mit den Füßen im Wasser herum. Anschließend nahmen wir einige Hände voll Wasser und gewöhnten sie so langsam an die Wassertemperatur. Miso hatte überhaupt keine Angst und war direkt voll motiviert ins Wasser zu springen. Daher fiel es Kasimla wahrscheinlich auch um einiges leichter sich ins Wasser zu trauen. Kasimla ist ein Junge, der viel weint und sich besonders in Situationen in denen er Angst hat mit Gewalt wehrt. Silvana schnappte sich Miso und ich holte mir Kasimla ins Wasser. Am Anfang hielt er sich wie ein kleiner Klammeraffe an mir fest, aber nach und nach entspannte er sich immer mehr. Ich hielt ihn vor mir und ging langsam rückwärts durchs Wasser, sodass er sehen konnte wo es hingeht. Nach einigen Runden entspannte sich sein Griff auf meinen Schultern und er begann fast wie von selbst seine Beine auszustrecken und zu bewegen. So glitt er durchs Wasser und fing an diese sensomotorische Erfahrung zu genießen. Zwischendurch machten wir eine kleine Pause am Beckenrand, um erneut mit den Beinen im Wasser zu planschen, bis uns das Wasser ins Gesicht spritze. Die beiden wollten danach unbedingt wieder ins Wasser. Wir hatten also definitiv den Spaß an der Bewegung im Wasser geweckt.
Als wir nach dieser letzten Runde wieder aus dem Wasser gingen waren die beiden von Euphorie nur so durchströmt. Sie lachten und sprangen wie aufgeladen herum.
Als die beiden nach einer kalten Dusche und abgetrocknet am Beckenrand standen kam eine sehr heftige Windböe auf, die den Großteil unserer Sachen in den großen, tiefen Pool wehten.
Also zog ich meinen Badeanzug fix wieder an und tauchte unseren Sachen hinterher. Und auch die beiden Kleinen fanden diese Aktion unendlich lustig. Sie bekamen sich vor Lachen gar nicht mehr ein. Aber Silvana und mir ging es nicht anders.
Nachdem die Sachen dann ausgewrungen waren machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg. Ein tolles Erlebnis, welches wir auf jeden Fall wiederholen müssen!

Montag:
Facepainting
Dienstag:
Holzfiguren bemalen
Mittwoch:
Zahngesundheitstag
Donnerstag & Freitag:
Batik - Tshirts einfärben


Fleißige Künstler

Batiken


Im Laufe der Woche sprachen wir viel mit Fundiszwa, einer der Aunties im Kinderheim und bemerkten schnell, dass sie etwas bedrückt. Irgendwann begann sie zu erzählen, dass in ihrer Familie in letzter Zeit viele Dinge passiert sind, die sie sehr beschäftigen und bewegen. Innerhalb der Woche finden viele Gedenkfeiern für verstorbene Verwandte statt. Allerdings ist es ihr unter der Woche nicht möglich, das Kinderheim zu verlassen bzw. frei zu bekommen. Zusätzlich hat Lindi, eine der Maids im Moment Urlaub.
Am Samstag findet die Gedenkfeier für ihre Mutter statt und als Lea und ich ihr anboten an diesem Tag das Kinderheim zu übernehmen, brach sie in Tränen aus und fand kaum Worte uns zu danken. Für Lea und mich war es mehr als selbstverständlich sie zu unterstützen. Fundiszwa ist im Kinderheim unsere engste Person, unsere Vertraute. Wir können bei allen Fragen, Sorgen und Anliegen zu ihr kommen und sie ist ehrlich interessiert an unserem Wohlbefinden und unserem Leben. Wir waren sogar schon zu einer traditionellen Feier in ihrer Familie eingeladen. Sie integriert uns so gut es geht in alle kulturellen Kontexte und wir können unheimlich viel miteinander lachen.
Keine Frage also, dass wir sie vertreten.
Nach einer Menge Umarmungen ließen wir eine überglückliche Fundiszwa im Kinderheim zurück.
Und Lea und ich begannen direkt den Spaßtag mit den Kindern zu planen.


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