Samstag, 5. Dezember 2015

Ferienprogramm an der A.W. Barnes


In der letzten Woche haben wir das Ferienprogramm in der A.W. Barnes Primary School durchgeführt. Wir haben für jeden Tag die Altersstufen und bis zu vier Aktionen verschiedenen Stationen in und um die Schule stattfinden sollten.
Allerdings haben wir als wir am Dienstag in der Schule ankamen schnell gemerkt, dass das so nicht ganz funktioniert. Das Problem, welches sich uns stellte war, dass viel zu wenig Kinder da waren. Von erwarteten 100-150 Kindern waren gerade einmal 20 da.
Dieses Problem hängt damit zusammen, dass der Transport zur Schule bzw. die Schulbusse monatlich bezahlt werden müssen. Offiziell endet die Schulzeit hier zwar erst Mitte Dezember, aber viele Familien können sich den Transport für Dezember einfach nicht mehr leisten.
Drum haben wir unsere Aktionen spontan sehr heruntergeschraubt und so mit den Kinder, von denen die meisten sehr nah an der Schule wohnen und daher zu Fuß kommen konnten, das Ferienprogramm durchgeführt.

Facepainting, Drachen bauen, die Schulwand gestalten, Holzmalerei, Parcours, Weihnachtskarten basteln und Stunden mit viel Musik beherrschten die folgenden Tage. Und trotz der geringen Teilnehmerzahl hatten wir alle unfassbar viel Spaß und haben ein paar Ferientage von Langeweile ferngehalten.

Mein Duderstadt-Schmetterling

Spiderman liegt sehr im Trend




Holzmalerei

Zudem haben wir die Wand in der Schule fertiggestellt, die das Thema der 20jährigen Partnerschaft zwischen dem Eastern Cape und Niedersachsen nocheinmal aufgreift und die Bedeutsamkeit dieser Verbindung deutlich macht.

Die Brandseeschwalbe


Das stolze Pferd





Freitag, 4. Dezember 2015

Vorbereitungen und der erste Abschied

Laternen für die Parade - aus alten Konservendosen
In der letzten Woche haben wir uns hier in sämtliche Vorbereitungen gestürzt.
Zum einen sind wir dabei, das Ferienprogramm an der A.W. Barnes Primary School vorzubereiten, zum anderen fand am Samstag das "Benefit X-mas Cavalo Horse Festival" auf der Cavalo Stables Farm statt. Dieses Reitturnier mit mit anschließendem Weihnachtsmarkt und vielen weiteren Aktionen wie, einer Laternenparade, Tombola, Kinderschminken, Dressurreiten und Braai, wurde von vielen Sponsoren rund um East London unterstützt und alle Einnahmen des Tages gehen direkt an das ELCYCC, inbegriffen natürlich das Kinderheim und den Glen Stella Campus.
Im Voraus haben speziell Lea und ich uns um Preise und Sachspenden, sowie um Teile der Verpflegung gekümmert.



Aber auch im Kinderheim gab es einiges zu tun. So haben wir zum Beispiel für die Laternenparade Laternen aus alten Konservendosen gebastelt und um die 1000 Kekse gebacken, die später auf dem Weihnachtsmarkt verkauft wurden. Ebenso, wie die selbst gehäkelten Mützen.
Samstagvormittag waren alle Freiwilligen aus East London zur Stelle, um die letzten Vorbereitungen auf der Farm abzuschließen. Derrick und Siphelele hatten wir auch dabei, diese beiden nahmen nämlich am Turnier teil. Ganz zum Schluss, nach dem Dressurreiten und dem Pas de deux wurde es für uns ernst. Zuerst waren Derrick und ich dran. Ich glaube ich war fast ein bisschen nervöser als er. Derricks Part war auf dem Pferd zu setzen, sich auf den Ritt zu konzentrieren und vor allem die Körperhaltung wurde bewertet. Ich hingegen führte die Friesenstute Janna durch den Parcour mit vielen Manövern und passend zur weihnachtlichen Musik, was anfangs gar nicht so leicht war.
Aber letztendlich waren wir drei ein eingespieltes Team und es hat alles gut geklappt. Wir haben gemeinsam den zweiten Platz belegt und darauf war besonders Derrick mächtig stolz. Lea und Siphelele belegten mit Janna sogar den ersten Platz.


Die letzten Absprachen vorm großen Ritt


Und nach diesem aufregenden Vormittag ging der Tag erst richtig los. Nach einer kurzen Mittagspause holten wir alle Kinder aus dem Childrenshome ab und nahmen sie mit zur Farm. Sie hatten unheimlich viel Spaß, über den Weihnachtsmarkt zu schlendern und den Pferden im Stall einen Besuch abzustatten. Besonders für die Kleinen war die Begegnung mit Pferden absolutes Neuland und umso beeindruckender war es zu sehen, dass sie keinerlei Angst vor ihnen hatten. Wenn man bedenkt, dass einige der Pferde drei mal so groß sind wie sie selber, ist das wirklich bemerkenswert. Eigentlich hatte ich zusammen mit Leslie die Facepainting Station, als aber alle Kinder geschminkt waren, bestand meine Aufgabe weitgehend darin die Kleinsten hoch zu heben, damit sie Janna streicheln konnten. Janna ist sowohl zum Therapiereiten als auch im generellen Umgang mit Kindern sehr gut geeignet. Sie spürt die Unsicherheit der Kinder und steht ganz still, wenn die Kinder sich ihr nähern. Sie lässt auch mal ein kleines Ziepen an der Mähne gekonnt über sich ergehen und ist sehr geduldig, wenn das Hufe auskratzen mal länger dauert, als erwartet.
Genauso gerne, lässt sie sich von den Kindern aber auch mit Streicheleinheiten und vielen Karotten verwöhnen.
Beim Striegeln packen alle mit an

Das Besondere bei der sogenannten "Hippotherapie" ist außerdem, dass sich durch die langsamen Bewegungen des Pferdes auch der gesamte Bewegungsapparat der Kinder einpendeln muss. Besonders Menschen mit Behinderungen fällt es dadurch leichter, ihren eigenen Körper zu spüren, da die Bewegungen des Pferdes auf Becken und Wirbelsäule übertragen werden. So werden Verkrampfungen gelöst, die gesamte Haltung verbessert und das Gleichgewichtssystem trainiert.
Aber auch das Verantwortungsbewusstsein der Kinder wird in unseren wöchentlichen Treffen auf der Farm immens gefördert. Es verlangt den Kindern einiges ab, Janna selbstständig von der Koppel in den Stall zu führen. Verständlich, wenn man die Verantwortung für ein Tier übernimmt, dass fünf Köpfe größer und über eine halbe Tonne schwerer ist, als man selbst.

Wir beendeten den Tag mit einer Tombola, einem St. Martins Schauspiel, vielen kleinen und großen Gewinnern und einem kleinen Braai. Und natürlich wurden auf der Rückfahrt viele der restlichen Kekse an unsere fleißigen kleinen Helfer verteilt.
Wir haben eine große Summe an Spendengeldern für das ELCYCC eingenommen und ich möchte mich bei jedem bedanken, der zum Gelingen dieses Tages beigetragen hat.
Ganz besonders bei meinen WG-Mädels! Ohne eure Unterstützung, Motivation und die Lust am gemeinsamen Tun wäre dieser Tag nicht zu dem geworden, was er war.
                                                        Danke! Danke! Danke!


In dieser Woche wurden Lea und ich daran erinnert, wie viel uns unsere Kinder im Childrenshome jetzt schon bedeuten. Asakhe erzählte uns am Anfang der Woche, dass er für immer nach hause darf. Hier wird das "Go home for good" genannt. Wir freuten uns unheimlich für unseren zehnjährigen Pausenclown und organisierten gemeinsam mit den Aunties und den Kindern eine kleine Farewell Party.
Diese legten wir bereits auf den Dienstag, das wir auch Anastasia und Wendy verabschiedeten. Diese beiden haben das Alter erreicht, in dem sie das Childrenshome aus freien Stücken verlassen können.
Es gab Cupcakes für alle, ein paar kleine Lieder, Geschenke und dicke Umarmungen.
Der letzte Tag war für Asakhe am Freitag geplant, also blieb noch genug Zeit zum persönlichen Verabschieden. Zumindest dachten wir das, Als wir aber Donnerstagnachmittag am Kinderheim ankamen erzählte uns Ntosh als erstes, dass Asakhe bereits abgeholt wurde und er das Home morgens für immer verlassen hat. Und hinzufügte sie direkt: "Don't cry" - "Nicht weinen" Dafür war es allerdings etwas zu spät. Also hatte ich innerhalb von zehn Sekunden fünf Kinder um mich rum, die mich umarmten, gemeinsam mit mir weinten und mich trösteten. Lea ging es da sehr ähnlich.
In diesem Moment ist mir bewusst geworden, wie sehr mir die Kinder bereits ans Herz gewachsen sind und gleichzeitig wie sehr die Kinder und die Aunties mich in ihre kleine Familie aufgenommen haben. Auntie Fundiszwa sang, während sie mich umarmte ein afrikanisches Lied, indem es darum geht, dass man nicht weinen soll, sondern in allem das Gute sehen soll.
Und genauso kann ich diesen Abschied von Askakhe auch beschreiben. Ich und die Kinder werden in unheimlich in der Dynamik der Gruppe vermissen. Er war der Pausenclown, der Checker, der Umarmungen einheimsende, der Nachdenkliche, der Fürsorgliche, einfach unser Asakhe. Aber genauso sehr freue ich mich für ihn, dass er in seine Familie zurück durfte und nun hoffentlich ein Leben im Kreise seiner Lieben vor sich hat.

Mach's gut Kleiner & vergiss' uns nicht! ♥

Sonntag, 22. November 2015

Weihnachtskonzert



Am Samstag war es dann soweit. Das Weihnachtskonzert fand statt.
Der Erlös dieses Abends ging dieses Jahr an das DJ Sobey Altersheim und wurde zudem von den "Hawks", dem Bikerclub von East London mit Spenden unterstützt.
Da Lea und ich bei diesem Konzert mit dem A.W. Barnes Primary Schulchor auftraten haben wir uns es nicht nehmen lassen, uns eine Choruniform auszuleihen, um somit perfekt in die Gruppe zu passen. Mit ungefähr 20 Mädchen eröffneten wir das Konzert mit drei Songs, von denen wir zu Beginn nur eins kannten und geprobt hatten. Die anderen beiden lernten wir ganz schnell und spontan innerhalb von 15 Minuten von unseren Siebtklässlern unmittelbar vor dem Auftritt. Und da die Südafrikaner sich ja zu jedem möglichen Moment tänzerisch ausdrücken gehörten zu den zwei neuen Liedern auch Bewegungen, die es einzustudieren galt. Außer uns traten noch der Chor der Stirling High School und der Frauenchor der Parkside auf.
Am Ende sangen wir mit allen drei Chören und weiteren Musikern des Abends ein "Glory Hallelujah", hierzu wurde das Licht ausgemacht und Stück für Stück wurde die Halle mit Kerzen erhellt. Jeder Besucher hatte eine Kerze dabei und so entstand bei Publikum und allen Teilnehmern das erste vorweihnachtliche Gefühl des Jahres.
Insgesamt wurden an dem Abend über 16.000R also umgerechnet ca. 1080€ gespendet.





Donnerstag, 19. November 2015

Große Erfolge und Besuch aus Deutschland

Ende jeden Jahres ist es auf dem Glen Stella Campus zur Tradition geworden ein gemeinsames Outing, also einen Ausflug mit den Kindern der Pre-School und der Krippe zu machen. Also planten wir gemeinsam mit Auntie Olive einen Ausflug in den Zoo von East London. Hier konnten Lea und ich sehr gut einen Teil unserer Spendengelder einbringen. Es wurde Verpflegung eingekauft, Transport organisiert und dann ging es schließlich letzten Freitag los. Wir starteten um neun Uhr auf dem Glen Stella Campus und fuhren mit 20 Kindern, Auntie Olive, Joseph und allen East-London Mädels in den Zoo. Große Faszination war bei den Kleinen zu beobachten, aber auch eine Menge Respekt. Besonders vor den Löwen und den Schimpansen. Besonders bestaunten die Kinder auch die Pfauen. Diese ließen sich nämlich nicht lumpen sehr oft ihr prächtiges Federkleid zu präsentieren. Wir machten einen langen, gemeinsamen Spaziergang durch den Zoo und es blieb genug Zeit für eine große Pause auf dem riesigen Spielplatz und für ein ausgiebiges Picknick. Alle Kinder powerten sich so richtig aus und auf dem Weg zurück gab es kein Kind was noch seine Augen offen halten konnte.
Auch in der folgenden Woche sprachen die Kinder noch völlig fasziniert von den Erlebnissen dieses Tages. Sie haben ihn in vollen Zügen genossen.





Am letzten Samstag waren Lea und ich mit den Judokindern aus dem Childrenshome bei einem Tournament. Jeden Dienstagabend trainieren sie eineinhalb Stunden im JudoClub von East London, wo wir sie hinbegleiten und je nach Bedarf auch unterstützen. Also machten wir uns am Samstagmorgen gut vorbereitet in aller Früh auf nach Lillyfontain, ca. 30km von East London entfernt. Drei der sechs Kinder traten zum Freundschaftswettkampf an. Bevor es losging wurden die Kinder gewogen und je nach Gürtelfarbe in ihre Wettkampfsklasse eingeteilt. Darauf folgte eine gemeinsame Aufwärmphase mit allen Teilnehmern. Als es dann ernst wurde waren unsere drei Jungs ganz schön aufgeregt, gaben uns ihre Gürtel zum verwahren, holten sich ihre letzten motivierenden Worte ab und suchten sich dann einen Platz auf der Matte. Das ganze Tournament dauerte ungefähr zwei Stunden, in denen Lea und ich jubelten was das Zeug hielt, ab und zu ein paar Stärkungen verteilten und dem Treiben gespannt folgten. Die drei Mädels, die wir außerdem mitgenommen hatten, unterstützten unsere drei Jungs ebenso laut wie Lea und ich. Sie hatten sichtlich Spaß daran ihre Teamkollegen anzufeuern und die erzielten Erfolge der drei Jungs gaben ihnen ein Stückchen Mut sich zu entscheiden beim nächsten Tournament selbst teilzunehmen.
Unsere drei Gewinner holten einmal die Gold- und zwei Mal die Silbermedaille. Und sie waren sichtlich stolz auf sich! Und wir waren es ebenfalls. Es folgten noch ein paar Gewinnerfotos und anschließend eine von guter Laune geprägte Rückfahrt mit Muffins, Musik und Austauschen über die einzelnen Kämpfe.
Die Kinder so zu sehen, tut gut. Wir haben sie bei ihren Erfolgen begleitet und unterstützt. Wir haben mit ihnen an sie geglaubt und letztendlich gemeinsam gewonnen. Wir haben einen unglaublich schönen Tag mit vielen Erinnerungen gewonnen, der ohne den Sport nicht möglich gewesen wäre.

Am Samstagnachmittag waren wir bei Brett, unserem Mentor hier vor Ort zum Braai eingeladen. Und zwar zu einem besonderen Anlass. Zwei der Mitarbeiter unserer Entsendeorganisation, des ASC Göttingen von 1846 e.V. sind angereist, um sich selbst einen Eindruck von unserer Arbeit und den Projekten vor Ort zu machen. Zusammen mit den Freiwilligen aus Berlin hatten wir Zeit, Ingo und Daniel von unseren bisherigen Erfahrungen, Erfolgen und auch Sorgen zu erzählen und einfach ein paar entspannte, gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen.
Am folgenden Dienstag wurden wir außerdem von Brett, Daniel und Ingo am Kinderheim besucht, um ihnen das Haus und die Neuerungen bezüglich Bio Digester und Solarzellen zu zeigen und ihnen unsere Arbeit vor Ort näher zu bringen. Mit den Kindern haben wir zum Abschluss dieses Besuches ein paar unserer Akrobatik-Figuren gezeigt, an denen wir nachmittags fleißig mit ihnen arbeiten.
Nach Applaus, Lob und Abschiedsworten verließen die drei das Kinderheim.
Anschließend ging ich gemeinsam mit Derrick ins Haus, um ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen. Nach getaner Arbeit konnten wir beide dann den anderen nach draußen folgen, um noch eine Runde mit spazieren zu gehen und ein paar neue Kunststücke mit den Springseilen zu üben. Ntosh kann jetzt mit Kreuzung der Seile springen und ist mächtig stolz auf diesen Erfolg.

Vor ein paar Minuten haben Lea und ich gemeinsam zu Mittag gegessen. Allerdings mussten wir uns etwas zurückhalten, da wir noch Platz für einen Nachtisch brauchen. Wir werden in einer guten halben Stunde von den Jungs abgeholt und ins Kinderheim gebracht. Dort werden wir dann einen Obstsalat mit den Kindern machen. Auch mit dem im eigenen Garten angepflanzten Gemüse versuchen wir so oft es geht, eine gesunde Ergänzung zum täglichen Essen anzubieten. Die Kinder sind hierbei sehr motiviert mitzuhelfen und gemeinsam entwickeln wir neue Ideen, was wir aus Obst und Gemüse außerdem noch zaubern können. Zurzeit wachsen im Garten Tomaten heran. Jeden Tag werden an diesen die Veränderungen beobachtet und gespannt abgewartet, bis sie genießbar sind und verarbeitet werden können. Das gemeinsame Kochen bereitet den Kindern unheimlich viel Spaß und wenn alle mit anpacken schmeckt das Essen umso besser. 

Alle helfen mit! :)


Futter für den Bio-Digester und leckerer Obstsalat




Am Samstag werden Lea und ich zusammen mit den Chören der A.W. Barnes Primary School und der Sterling High School an einem Benefiz-Weihnachtskonzert teilnehmen.
Jeden Mittwoch nehmen wir hierzu vor Unterrichtsbeginn an den Chorproben teil.
Wir sind schon sehr gespannt, wie das wird. Ich werde berichten.. J

Mittwoch, 11. November 2015

Von Wasser, Braii und Dankeschöns

In der letzten Woche haben Lea und ich unsere ersten Schwimmstunden in den siebten Klassen gegeben. Wir haben uns mit der ersten Klasse getroffen und sind gemeinsam durchs Township zum Pool gewandert. Dort haben wir den Eintritt bezahlt und den Jugendlichen anschließend erklärt, was wir diese Woche mit ihnen vorhaben. Da wir wirklich keine Ahnung hatten, wer und ob es Schüler gibt die ansatzweise schwimmen können, haben wir sie erst einmal drei Runden um den Pool gejagt und anschließend jeden Einzelnen eine Bahn “schwimmen“ lassen. Von 20 Kindern konnten in der Regel um die fünf bis sechs Kinder schwimmen. Diese hat Lea sich geschnappt und mit ihnen die Kraultechnik vertieft. In der Zwischenzeit habe ich mit den Anderen eine Art Wassergewöhnung gestartet und sie mit Hilfe eines Schwimmbrettes, den Beinschlag für die Kraultechnik üben lassen. Das Schwimmbrett gab den Jugendlichen mehr Sicherheit und zudem war es so möglich, sich erst einmal auf einen Teil des Bewegungsablaufes zu konzentrieren. Auf Englisch war das gar nicht so leicht zu erklären. Daher habe ich sie sich am Rand aufstellen lassen, um mich zunächst bei den geplanten Bewegungen zu beobachten.
Es gab einige wirkliche Naturtalente, allerdings auch ein paar Schüler, denen man die Angst vorm Wasser bzw. vorm Untergehen sehr angesehen hat. Bei diesen habe ich dann direkt im Wasser Hilfestellung geleistet und sie bei jeder Bahn unterstützend begleitet. Am Ende der Stunde konnten tatsächlich alle Jugendlichen einen persönlichen Erfolg vermerken. Sie hatten sichtlich Spaß, sich im  Wasser ohne Angst fortzubewegen und selber zu spüren, wie sie mit den richtigen Bewegungen vorwärts kommen. In Südafrika ertrinken jedes Jahr eine Menge Kinder, weil sie nie gelernt haben richtig zu schwimmen. Daher ist unsere Aufgabe im Schwimmunterricht sehr wichtig und präventiv.
In der zweiten Klasse dieses Tages gab es außerdem einen Jungen, mit einer Gehbehinderung. Er wird den 15minütigen Weg zum Schwimmbad jedes Mal von drei anderen Jungs der Klasse getragen. Mit einer kompletten Selbstverständlichkeit, die Lea und mich Lächeln ließ. Die Klassen haben einen sehr engen Zusammenhalt und es gibt keine Kinder, die ausgeschlossen werden. Dieser Junge hatte ebenfalls mit Hilfe eines Surfbrettes unglaublich viel Motivation sich im Wasser zu bewegen. Er besitzt ein sehr gutes Körpergefühl und weiß sich super einzuschätzen. Während eines kurzen Leerlaufes habe ich mit ihm am Beckenrand ein paar Übungen gemacht und ihn anschließend mit zwei weiteren Schülern wieder aus dem Wasser gezogen.
Wir hatten tolle drei Schwimmstunden, die jeweils mit einem großen Dankeschön unsererseits für die Disziplin endeten und mit vielen Glückwünschen für die bevorstehenden Examina, die in der folgenden Woche für die Siebtklässler anstehen. 
An diesem Vormittag habe ich mir meinen ersten südafrikanischen Sonnenbrand geholt. Und dieser hatte es in sich. Die ständige Mischung zwischen Sonne und Wasser war wohl etwas zu extrem.


Am letzten Freitag hatten wir hier mit 32°C, den bisher wärmsten Tag hier und haben diesen direkt mit den Kindern im Kinderheim gebührend zelebriert. Wir haben Wasserbomben präpariert und mit diesen ein Wurftunier veranstaltet. Bei den Vorbereitungen stellte Lea in unserem Badezimmer fest, dass sie die Kunst des Wasserbombenbefüllens überhaupt nicht beherrscht und überließ mir, nachdem sie eigentlich komplett nass war, die Aufgabe. Da nach dieser Aktion noch nicht alle Kinder nass waren, haben wir direkt noch eine Wasserschlacht hinten dran gehängt. Wir haben die mitgebrachten  Wasserpistolen und übrigen Wasserbomben verteilt und die Teams aufgelöst. Ab diesem Augenblick hieß es: Jeder gegen jeden!
Durch dieses Motto waren wir nach zehn Minuten Wasserschlacht alle komplett durchnässt. Und als die eingeplante Wasserration leer war, fielen wir uns alle lachend in die Arme, schossen noch schnell ein paar Erinnerungsfotos und schickten die Kinder zur Bathtime ins Haus. Das schreit eindeutig nach Wiederholungsbedarf.



Am folgenden Samstag haben wir East London Mädels mit allen Kindern einen großen Braii am Childrenshome veranstaltet. Also haben wir den großen Grill vom Glen Stella Campus ausgeliehen, Fleisch, Brötchen und alles weitere eingekauft und dann konnte es losgehen. Einer der Nachbarn des Kinderheims hatte ein paar Tage vorher Geburtstag und so haben wir diesen Tag auch als kleine Geburtstagsfeier genutzt und ihn direkt als Grillmeister eingestellt. Während das Holz auf dem Grill herunterbrannte, haben wir Mädels uns in die Küche gestellt und mit ein paar Kindern aus frisch geerntetem Salatköpfen, Möhren und Zwiebeln einen Salat gemacht. Zuletzt standen wir mit neun fleißigen Helfern in der Küche. Und auch für den Abwasch gab es schon Freiwillige.
Das gemeinsame Essen genossen alle sehr. Für die Kinder war es eine kleine Besonderheit am Kinderheim so ein Fest zu feiern. Zudem schaffen sie es selten aufgrund der unterschiedlichen Schulzeiten und Termine, alle gemeinsam zu  essen.
Nach dem Essen blieb noch etwas Zeit und Ntosh schleppte ganz spontan ein paar Wasserfarben an und bemalte damit alle Kinder. Auch Lea und ich wurden nicht verschont und wir müssen sagen, sie hat wirklich Talent. Wir werden diese Aktion sicher in unser Ferienprogramm mit aufnehmen.



Im Moment sind wir hier in East London eifrig dabei, das Ferienprogramm für den Glen Stella Campus und die Schulen zu planen. Wir haben schon einige Ideen, die es materiell und erweiternd zu füllen gilt. Dazu gehören zum Beispiel: Face painting, T-shirts einfärben, Tanzworkshop, Holzfiguren bemalen, Drachen bauen und steigen lassen und viele viele Ideen mehr.
Beim Verwirklichen dieser Ideen helfen mir hier sehr die Spenden, die ich vor meiner Ausreise gesammelt habe! An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Spendern bedanken! Wir können Dank eurer und Ihrer Hilfe hier tolle Aktionen auf die Beine stellen und direkt dort helfen, wo es nötig ist!


                       Tausend Dank!!

Dienstag, 27. Oktober 2015

20 Jahre Partnerschaft

Hinter uns hier in East London liegt eine anstrengende, aber genauso aufregende Woche.
Da dieses Jahr die Partnerschaft zwischen dem Eastern Cape und Niedersachsen sich zum zwanzigsten Mal jährt wurde eine große Jubiläumsreise unternommen. Für eine knappe Woche reisten Politiker, unter anderen auch der Minister für Umwelt Stefan Wenzel an und zelebrierten diese Verbindung mit allerlei Veranstaltungen und öffentlichen Empfängen.
Da unser freiwilliges Jahr hier im Eastern Cape direkt mit dem Landessportbund und somit auch mit dem Land Niedersachsen zusammenhängt hatten wir Freiwilligen die Chance unsere Projekte zu präsentieren. An der A.W. Barnes Primary School organisierten wir gemeinsam mit der Hilfe der Freiwilligen aus Coffee Bay und Port Alfred einen Sportsday für die Kinder unserer drei Einsatzschulen. Dabei gab es mehrere Stationen, an denen die Kinder Sportarten ausprobieren konnten, sich auspowern und einfach Spaß haben konnten. Es gab Fußball, Handball, Badminton und Triathlon. Bei der Triathlon-Station mussten die Kinder natürliche alle drei dazugehörenden Sportarten ausführen. Also bekamen sie für das Schwimmen Schwimmbrillen auf, mussten ihren Kopf dann in einen Eimer Wasser stecken und ordentlich Blasen erzeugen, wurden dann auf einem Fahrrad, mit mal mehr und mal weniger Hilfe, bis zum Ende der Markierung geschoben und anschließend durften sie noch eine Strecke laufen. Der Spaß an diesem Tag kam wirklich nicht zu kurz. Zwischendurch reiste die niedersächsische Delegation an und konnte einen kleinen Eindruck von unserer Arbeit vor Ort mit den Schulklassen bekommen. Hier und da gab es Zeit für ein kleines Gespräch mit den Politikern und Vertretern des Landes Niedersachsen. Alle Teilnehmenden waren begeistert von dieser ersten, großen Aktion, die wir auf die Beine gestellt hatten. Am Ende des Sportsdays bekam jedes Kind ein Lunchpaket, eine Teilnehmer-Urkunde und ein T-shirt. Nach diesem Tag voller Elan und Motivation hatten die Kinder sich dies mehr als verdient.

Anschließend gab es eine Feier im Childrenshome, bei der Lea und ich ein paar tragende Rollen hatten.
Der Besuch des Childrenshome ist deshalb so besonders, da der Bio Digester (Biogasanlage) und die Solar penals (Solarzellen) mit den Geldern des Landes Niedersachsen angeschafft wurden. Die Vertreter hatten also an diesem Tag die Chance genau zu sehen, wo ihr Geld ankommt und wie sehr es gerade den Kindern und Aunties im Kinderheim das Leben erleichtert. Das warme Wasser und die Benutzung des Gasherdes wird dadurch gewährleistet und entlastet das East London Child and Youth Care Centre finanziell sehr. Zusätzlich lernen die Kinder etwas über Umweltbildung und verstehen anhand von alltäglichen Arbeiten, wie zum Beispiel den Digester zu "füttern", wie nachhaltiges Leben funktionieren kann.
Für dieses Event, das bisher größte im Kinderheim, wurde das Haus mit Spendengeldern von Innen und Außen komplett neu gestrichen und einige Dinge wurden repariert.
Es gab ein großes Festzelt, ein paar Reden, viele interessante Gespräche mit Politikern und den Vertretern, ein paar kleine Showacts der Kinder, die wir vorher mit ihnen einstudiert hatten, und vor allem ein wirkliches Gefühl der Verbundenheit.
Ich glaube zu sehen, wo und dass Hilfe direkt ankommt ist einer der Hauptgründe gewesen, warum die Teilnehmenden so ergriffen und berührt von dem Tag waren.

Der Umweltminister Stefan Wenzel hat in seiner Rede einen tollen Vergleich für das Nachspüren echter Verbundenheit gefunden. Die Brandseeschwalbe.


Die Brandseeschwalbe lebt während des Sommers an der deutschen Nordseeküste in Niedersachsen. Im September macht sich der Zugvogel auf nach Südafrika ins Eastern Cape.
Inzwischen ist dieser Vogel zum Symbol des Botschafters zwischen den beiden Regionen geworden.
Er ist in beiden Gebieten beheimatet und schafft somit einen tollen Vergleich für die bestehende Partnerschaft.

Wir Freiwilligen, insbesondere Lea und ich trugen mit einem Video über unsere Arbeit im Kinderheim und die Mitarbeit am Bio Digester zum Programm des Tages bei.
Durch die enge Verbundenheit zum Land Niedersachsen mit unserem Freiwilligendienst wurde auch mir persönlich die Bedeutsamkeit für diese Reise deutlich und uns allen wurde für unsere Arbeit vor Ort sehr eindringlich und ehrlich gedankt.

Am Ende des Tages aßen wir mit den Kindern zu Abend und begannen anschließend gemeinsam das Festzelt abzubauen. Ich weiß nicht woran es lag, aber diese zwei Stunden sind bisher die tollsten der ganzen Zeit im Kinderheim gewesen. Alle haben mit angepackt, nebenbei haben wir viel gesungen, Fotos gemacht und gemeinsam herum "geblödelt". Das waren ein paar ganz tolle Momente, die ich einfach nicht besser beschreiben kann.


Dienstag, 20. Oktober 2015

Zum ersten Mal am Meer

In der letzten Woche hatten Lea und ich in der Krippe nur drei Kinder, da zwei der LittleOnes krank waren und da wir ja inzwischen sehr in Spontanität geübt sind, haben wir die drei Kleinen warm eingepackt und haben mit ihnen ihren ersten Ausflug zum Strand unternommen.
Am BonzaBay angekommen ahnten die Kinder noch nicht, was ihnen bevorsteht. Bis zum Wasser sind es einige 100m am Strand entlang. Wir haben also erst einmal alle unsere Schuhe ausgezogen und unseren Füßen Entspannung im Sand gegönnt.
Ich glaube, dass dieser erste Kontakt für die Kinder mit dem Meer überhaupt nicht greifbar war. Bisher hatte sie keiner mit zum Strand genommen und um zu verstehen, wo wir waren, dazu sind sie einfach noch zu klein.
Diese Vorstellung wurde aber sicher um einiges greifbarer, als die Wellen zum ersten Mal begannen, ihre Füße bis zu den Knöcheln zu umspielen. Nach einem ersten, kurzen Impuls von Panik und Tränen, fingen die drei an, das Spiel mit den Wellen zu genießen. Zwar klammerten sie sich immer noch an uns fest, aber sie wurden zusehend entspannter und hinterließen ihre nassen Minifußspuren im Sand.
Wir konnten den Kindern ansehen, wie sehr sie diese sensomotorische Erfahrung genossen und förmlich in sich aufsogen.
Wir gingen noch ein wenig am Strand spazieren und machten uns schließlich zurück auf den Weg zum Auto, zwischendurch blieben die drei immer wieder stehen und schauten grinsend zurück. Nach einer Frühstückspause beim LifeSavingPoint fuhren wir zurück zum Kinderheim und zum Campus.
Gnobi schlief auf dem Rückweg ein und auch Kasimla war nicht mehr in der Lage alleine aus dem Auto zu klettern. Also folgte nach unserem aufregenden Ausflug direkt der Mittagsschlaf in den Units.










Ich persönlich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie es war, als ich das erste Mal am Meer war. Aber immerhin hab ich seit diesem Erlebnis wieder eine Idee, wie es gewesen sein könnte.