Dienstag, 20. Oktober 2015

Die Sache mit dem Planen..

Heute hatten wir Mädels hier in East London einen sehr aufregenden Tag, der fast zu 100% von unserem eigentlichen Tagesplan abwich.
Wir sind an diesem Samstagmorgen ganz entspannt gemeinsam aufgestanden, haben in Ruhe gefrühstückt, eine Einkaufsliste für später geschrieben und den Tagesplan aufgestellt.
Dieser sah wie folgt aus: Beacon Bay Kinder vom Glen Stella Campus abholen, zu einem Reittunier fahren, dort gemeinsam einen spannenden Tag verbringen, die Kinder zurückbringen ins Kinderheim, Einkaufen und den Tag ausklingen lassen.
Soweit der Plan.

Als wir auf dem Glen Stella Campus ankamen, wurden wir von allen Kindern sehr begeistert begrüßt und wir nahmen uns eine Weile Zeit, um hier und da einen kleinen Plausch zu halten und die Beacon Bay Kinder zusammenzutreiben. Als wir nach einem der ältesten Mädchen (N.) fragten, sagten uns die anderen Kinder, dass sie in der Unit sitzt und weint. Sie war auf dem Play Ground hingefallen und hatte sich wohl das Knie verletzt. N. ist keines der Kinder, dass bei jeder Kleinigkeit weint. Eigentlich ist sie sehr taff. Da schon eine deutliche Schwellung am Knie zu beobachten war begannen wir sofort das Knie zu kühlen und besprachen mit den Aunties den weiteren Plan. Das Problem war, dass es zu dieser Zeit keinen Transport auf dem Campus gab, aber allen klar war, dass N. zum Arzt muss. Also fuhren Leslie und ich mit der Auntie und N. ins Krankenhaus, während Lea und Silvana sich mit sechs Kindern auf den Weg zum Reiten machten.
Nach über einer halben Stunde Fahrt zum Krankenhaus saß N. in einem Rollstuhl, ihre Anamnese wurde aufgenommen und dann hieß es erstmal warten und Geduld haben.
Die Notaufnahme in der wir saßen, hatte keinen separaten Eingang für die Krankenwagentransporte, diese wurden zwischen Wartezimmer und Behandlungsräumen direkt durch geschoben.
Das Krankenhaus wirkte hygenisch und das Personal sichtlich engagiert, aber es ist trotzdem nicht damit zu vergleichen, was wir in Deutschland gewohnt sind. Dies heißt aber nicht, dass es negativ zu bewerten wäre. Es ist an die Bedürfnisse der Patienten angepasst und es geht mehr um Genesung als um Wohlfühl-Atmosphäre. Interessant war außerdem das System, nach dem die Reihenfolge der Patienten ausgewählt wurde. Es gibt drei verschiedenfarbige Aufkleber, die bestimmen, wer wann drankommt. Diese Aufkleber werden nach der Anamnese auf die Mappen der Patienten geklebt, um ihre folgende Behandlung zu begleiten. Rot für dringend, Orange für mäßig-dringend, Grün muss warten, bis alle roten und orangen Aufkleber dran gekommen sind.
Dieses System funktioniert relativ gut und ist zudem an die Notwendigkeit zur Behandlung gekoppelt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Notaufnahme von zwei Polizisten bewacht.
Nach vier Stunden warten in der Notaufnahme war N. endlich dran und konnte behandelt werden.



Ihre Kniescheibe war bei dem Sturz rausgerutscht und hat den Schmerz verursacht. Eine Bandage und ein paar Tage das Bein nicht zu stark belasten war die ärztliche Anweisung.
Auf dem Weg zurück ins Kinderheim durfte N. die Musik bestimmen und konnte auch endlich wieder lachen. Leslie und ich waren einfach nur froh, dass nichts schlimmeres passiert ist und die Auntie war uns unendlich dankbar für den Transport und die Begleitung an diesem Tag.
Im Kinderheim trafen wir dann auch Lea und Silvana wieder, die nach dem Reiten ein spontanes Tennistunier im Garten veranstaltet haben.
Nochmals bedankten sich die Aunties und N. bei uns und wir fuhren nach einem langen, etwas zu aufregenden Tag nach hause. Fürs Einkaufen war es inzwischen zu spät und zum Kochen hatte keiner mehr Lust. Also gingen wir gemeinsam was Essen und tauschten uns noch einmal über den Tag aus.


Man kann jeden Tag so gut wie nur möglich durchplanen..
                                                                                         
                                                             ..man darf nur nicht vergessen spontan zu bleiben!



Sonntag, 11. Oktober 2015

Roadtrip

Ende September hatten wir in Areena unser erstes Seminar. Dort haben sich alle Freiwilligen des ASC Göttingen von 1846 das erste Mal nach dem letzten Vorbereitungsseminar in Deutschland wieder getroffen. Es wurden viele Eindrücke ausgetauscht und gemeinsame Erfahrungen geteilt. Vielen von uns ist es in den ersten Wochen sehr ähnlich ergangen und es tut gut zu hören, dass wir trotz dessen, wir nicht alle an einem Ort in Südafrika unseren Freiwilligendienst verrichten, doch viele gleiche Dinge erleben. Während wir mit Informationen überflutet wurden und Präsentationen vorbereiteten und vorstellten blieb allerdings auch Zeit für gemeinsame Aktionen. Wir hatten zwar sehr schlechtes Wetter – das schlechteste welches wir bisher hier hatten.. 3 Tage Regen –  aber das hat uns nicht davon abgehalten aus diesen Tagen das Beste zu machen. Wir sind zu einer sehr frühen Wanderung aufgebrochen und haben dabei Abbey getroffen, die sehr zutrauliche Giraffe vom vorherigen Samstag, haben eine Kanutour im strömenden Regen gemacht mit einer anschließenden Schlammschlacht und gemeinsame Abende mit sehr viel Musik verbracht. Sehr wenig Schlaf und Kälte hielten uns jedoch nicht ab sehr viel Spaß zu haben und diese viel zu kurzen drei Tage für möglichst viel Austausch zu nutzen. Das nächste Seminar wird von Ende November bis Anfang Dezember stattfinden. Da hoffen wir dann auf besseres Wetter.


Am Samstag nach dem Seminar sind wir fünf East London Mädels zu unserem ersten Roadtrip aufgebrochen. Wir haben aufgrund der Schulferien ein paar freie Tage, die es zu nutzen galt. Also haben wir uns ein Auto gemietet, unsere Sachen gepackt und sind zu einem kleinen Abenteuer aufgebrochen. Den ersten Tag haben wir dann in der Nähe von Port Elizabeth in Uitenhagen verbracht und zwischendurch so viele Küsten-Meer-Strand-Stops wie möglich gemacht. Am Sonntag haben wir die anderen Freiwilligen in P.E. besucht, dort unsere Sachen abgeladen und den Tag wieder überwiegend am Strand verbracht. Dabei kamen wir am „AfricanMarket“ vorbei, der ähnlich aufgebaut ist wie ein Flohmarkt, haben viele Fotos gemacht und mit herrlichem Seeblick unser Mittagessen genossen. Anschließend sind wir zu einem nahegelegenen Leuchtturm gefahren, unter dem der komplette Asphalt durch Mosaikkunstwerke ersetzt war. Dies wurde 2010 zur Fußballweltmeisterschaft gestaltet und ziert seitdem den Platz, auf den man bis zum Meer schauen kann. Nach diesem Stück Kultur sind wir aufgebrochen nach Jeffreys Bay, wo wir drei Nächte geblieben sind. Unsere Unterkunft glich der Aufmachung eines Segelschiffes und die Hausmutter hatte viele Ausflugtipps für uns. Am ersten vollen Tag in JBay haben wir ersteinmal die Shoppingpassage mit den vielen Surfer-Outlets unsicher gemacht und dabei einige Schnäppchen ergattert. Nach einem schnellen Mittagessen haben wir den restlichen Tag wieder am Strand verbracht. Mit Jogging, Surfen und purer Entspannung bis zum Sonnenuntergang.

Am Dienstag und somit dem letzten Tag in Jbay sind wir sehr früh aufgestanden und haben einen Ausritt am Strand gemacht. Mit etwas Reiterfahrung habe ich ein sehr schnelles Pferd zugewiesen bekommen und bin mit ihm nach einigen Anläufen fröhlich am Meer entlang getrabt und galoppiert. Wir sind durch Dünen und nahegelegene Flüsse geritten und haben dabei viele unglaublich schöne Momente geteilt. Silvana saß zum Beispiel zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Pferd und war sehr begeistert von dieser Aktion.
Am Nachmittag blieben die tierischen Erlebnisse auch nicht aus. Wir haben am St. Francis Haven eine Whale-watching Tour gemacht. Das war unbeschreiblich und es ist fast unmöglich für mich dieses Erlebnis in Worte zu fassen. Wir sind aus dem Hafen raus, am Sharkpoint vorbei und sind dort zu allererst ein paar Seehunden und Robben begegnet, die sich auf den Klippen versammelt hatten oder im Hafen unter den Yachten aufhielten. Anschließend hat Tim, unser Guide, von den umliegenden Fischerbooten Anweisungen bekommen, wo sich im Moment Wale aufhalten. Das war die reinste Hetzjagd und wir mussten über eine halbe Stunde Ausschau halten, bis wir die ersten Fontänen gesehen haben. Drei Wale haben sich uns regelmäßig gezeigt und sich schließlich mit einem Wink ihrer riesigen Schwanzflosse in die Tiefe verabschiedet.
Ein wenig später stießen wir auf zwei Buckelwale, die sich regelmäßig aus dem Wasser sprangen und wie zur Begrüßung mit ihren Seitenflossen auf die Wasseroberfläche klatschten. Wir waren diesen atemberaubend schönen Meeresgiganten sehr nah. Nur 15 Meter waren sie von unserem kleinen Boot entfernt und bescherten uns einen wundervollen Anblick. Mit was für einem Anmut diese Kolosse aus dem Wasser stiegen ist wirklich nicht zu fassen. Über zwanzig Minuten konnten wir dieses Schauspiel beobachten und es fiel uns sehr schwer uns loszureißen. Nach diesem Erlebnis war ich einfach nur selig und nichts konnte mir, trotz des extremen Wellengangs, das Grinsen aus dem Gesicht wischen.
Als Tagesabschluss sind wir zum Sonnenuntergang an den zweitsüdlichsten Punkt Südafrikas gefahren, haben viele Bilder gemacht und den Ausblick genossen. Nach dem Abendessen haben wir noch kurz die Freiwilligen in JBay besucht und einen gemütlichen Abend miteinander verbracht.

Am Mittwoch haben wir JBay dann verlassen und sind in den Addo-Elephant-Park gefahren. Dort leben neben vielen weiteren Savannenbewohnern über 600 Elefanten in ihren Erden. Wir haben viele Herden auf unserem Weg durch den Park angetroffen. Faszinierend wie eng diese großen Tiere zusammenleben und sich gegenseitig beschützen, beispielsweise bei der Überquerung einer Straße. Dabei werden die kleinsten in die Mitte genommen und so sicher auf die andere Seite gebracht. Elefanten sind ja dafür bekannt ein starkes Sozialverhalten zu haben und diese Situation hat dies sehr eindrucksvoll gezeigt.
Übernachtet haben wir an diesem Abend in Wolwefontain in einem schnuckeligen Bed&Breakfast, indem der Hausvater uns zum Frühstück herrliche Brötchen gebacken hat.

Am Donnerstag sind wir dann weitergefahren nach Graaf Reinet, der viertältesten Stadt Südafrikas und haben dort bei kuscheligen 30°C die Kirche und das Rathaus besichtigt, bevor wir dann in unsere letzte Unterkunft aufgebrochen sind. Diese lag mitten im Camdebo-Reservat, zwei Stunden Fahrt ab von der Hauptstraße. In dieser Halbwüste haben wir auf der Farm von Herman in einem gemütlichen Haus, direkt an einem See voller Schildkröten übernachtet. Umgeben von wilden Pferden, Kühen und Springböcken haben wir so die letzte Etappe unseres Roadtrips genossen. Wir haben unser Essen über dem offenen Feuer gekocht und uns auf das einfachste Leben ab von Straßenlärm und Alltag besonnen. Am Freitagmorgen hat Herman mit uns eine Wanderung zum Wasserfall gemacht. Der Weg dorthin war die reinste Klettertour und sehr anstrengend. Allerdings hat die Aussicht und das Ziel alle Anstrengung wieder gut gemacht. Wir sind direkt an den Felsen entlanggeklettert und haben schließlich unter dem Wasserfall, der in einen kleinen Fluss mündet geduscht. Das war die perfekte Abkühlung nach dieser Aktion und zudem der perfekte Abschluss unseres achttägigen Roadtrips. Auf dem Rückweg bzw. auf dem Abstieg haben Lea und ich uns beide etwas verletzt, aber auch das gehört dazu. Wir sind beide von lockeren Steinen abgerutscht und uns somit unsere ersten Südafrika-Narben gesichert, die uns jetzt sicher immer an diesen Ausflug erinnern werden. Das Motto ist: „Einfach alles immer schön positiv sehen!“
Nach einem letzten gemeinsamen Abend im Camdebo-Reservat am offenen Feuer und mit viel Musik haben wir uns am nächsten Morgen mit einem Abstecher zum „Valley of Desolation“ auf den Weg nachhause gemacht.
Der Roadtrip hat unsere Mädelsgruppe noch enger zusammenwachsen lassen und sich absolut gelohnt. In jeglicher Hinsicht.


Sonntag, 27. September 2015

Endlich vollständig & Safari

Nun sind schon fünf Wochen rum und ich frage mich wo die Zeit geblieben ist. Inzwischen habe ich mich hier mehr als gut eingelebt. Der Tagesablauf ist geregelter, an den Linksverkehr und die neuen Verkehrsregeln haben wir uns gewöhnt, das Wetter wird von Tag zu Tag besser und seit Montag sind wir auch endlich vollständig. Mit dem zweiten Auto vor Ort ist es mit inzwischen acht Freiwilligen um einiges leichter die Einsatzstellen und Nachmittagsprojekte anständig zu timen.
Als wir Lea vom Flughafen abgeholt haben waren wir natürlich gemäß der „Africantime“ genau fünf Minuten zu spät. Die Wiedersehensfreude war sehr groß! Die letzte Woche haben wir dann also viel damit verbracht ihr East London und alles was für uns Freiwilligen dazu gehört zu zeigen. Unsere gemeinsamen ersten Arbeitstage haben wir beide genossen. Zusammen sind wir einfach viel flexibler und es macht so viel Spaß. Am ersten Tag in der Krippe haben wir zusätzlich und sehr spontan die Pre-School alleine geschmissen. Also waren wir mit ungefähr 20 Kindern plus unserer vier LittleOnes draußen auf dem Play-Ground und haben bei schönstem Wetter die gemeinsame Zeit genossen und herumgetobt was das Zeug hält. 





Auch die Kinder im Kinderheim sind froh nun zwei bleibende Volontäre zu haben auf dessen Anwesenheit sie sich verlassen können. Außerdem wird es zu zweit einfacher Ausflüge zu planen und auch der Sicherheitsaspekt ist so besser bedacht.
Wir haben im Kinderheim begonnen aus kleinsten Stoffresten, die uns gespendet wurden, Patchwork-Kissen herzustellen. So lernen die Kinder also gerade zu nähen und haben mit viel Motivation und Geduld bald ihre eigenen ersten Handarbeiten erstellt. Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt! Am Samstag haben wir sehr früh den Geburtstag von Derrick und Nkosikhona gefeiert. Mit Muffins, Donuts, Scoobie-Doo-Bändern und „Viel Glück und viel Segen-Gesang“ schlugen wir im Kindeheim auf, weckten schnell Ntosh & Hanna und dann wurde gemeinsam gefeiert. Die beiden Geburtstagskinder haben sich sehr über ihre Geschenke gefreut und gemeinsam haben wir ein paar Scoobie-Doo-Techniken ausgetauscht und fleißig Bänder geknüpft. Das war ein toller Vormittag! Ich halte es besonders am Geburtstag der Kinder für besonders wichtig ihnen zu zeigen, dass es Menschen gibt, die sich freuen, dass es sie gibt und die ihnen ehrliche und aufrichtige Anerkennung schenken, ohne dass sie Leistungen zeigen müssen. Es ist einfach schön, dass es sie gibt und daher sollte dieser Tag besonders gewürdigt werden. Sehr schön war auch, dass alle freiwilligen Mädels uns begleitet haben. Das war eine wirklich tolle Aktion. 

Auf dem Gelände des Kinderheims gibt es eine hauseigene Biogasanlage, die das Kinderheim mit Gas versorgt. Dazu gibt es zwei riesige unterirdische Wassertanks, in die wir unseren Biomüll seit Neustem entsorgen, um sie zu „füttern“. Der Biomüll sinkt dann nach und nach zu Boden und vermodert kontrolliert. Nach ungefähr drei Wochen bildet sich das Gas, welches dann durch unterirdische Rohre in die Küche geleitet wird. Dieser Prozess stinkt zwar etwas, gewährleistet aber eine enorme Energie- und Kosteneinsparung. Zudem gibt es seit einiger Zeit einen Garten mit selbst gepflanztem Gemüse und Kräutern. Dieser Garten steht in direkter Verbindung mit der Biogasanlage und kompostiert sich praktisch selbst. Dazu haben wir vor Kurzen ein Seminar gemacht, um diese Ressourcen optimal nutzen zu können. Des Weiteren verfügt die Anlage über Solarzellen auf dem Dach und einen Regenwasseraufbereiter. Dieses System kommt dem sehr geringen Budget des Childrenshome sehr zu Gute. 

Am 24. September ist hier in Südafrika „Heritage Day“, also Nationalfeiertag. An diesem Tag dürfen alle Kinder in traditioneller Kleidung in die Schule kommen und ihre Schuluniform zuhause lassen. Die verschiedenen Stile aus verschiedenen Kulturen und Religionen waren wunderhübsch anzusehen. Allerdings war es nicht so leicht darin Sport zu machen. Daher haben wir eine Fotosession veranstaltet und Spiele gespielt, bei denen man sich nur mäßig bewegen musste. Wir hatten mit allen drei Klassen unheimlich viel Spaß und es blieb Zeit für kleine gemeinsame Gespräche und das Erlernen der ersten deutschen Wörter. 











Lea und ich haben dabei noch eine Lea und noch eine Linda kennengelernt und natürlich auch gemeinsam ein Foto gemacht.









Da hier ja nun das Wetter von Tag zu Tag besser wird, wird dementsprechend jede freie Minute genutzt um gemeinsam etwas zu unternehmen. Also waren wir in den letzten Tagen surfen, haben den Sonnenaufgang am Strand bewundert, waren im Lion- und im Mpongo-Park, treiben Sport und entdecken die Umgebung.
Beim Sonnenaufgang am Sonntag Morgen ist nicht weit von der Küste ein Wal aus dem Wasser gesprungen! In diesem Moment ging ein heimlicher Traum von mir in Erfüllung! Dieser Moment hat mir den Atem geraubt und mir ein Highlight beschert, welches ich sicher nie wieder vergessen werde. Wir nehmen an, dass es ein Glattwal war, da man diese an East Londons Küste am häufigsten sichten kann. Danach konnten wir beobachten, welchen Weg er zurück ins Meer gewählt hat, da alle paar Minuten eine Fontäne in die Luft stieg. 



In den Parks konnten wir allerlei Tiere in freier Wildbahn beobachten. Der Park ist 3500 Hektar groß und verfügt über viele verschiedene Ebenen. Mit unserem 8seater konnten wir selber durch den Park fahren und Ausschau nach den Tieren halten. Das war unheimlich spannend und teilweise wirklich atemberaubend! Wir haben Zebras, Giraffen, Gnus, Antilopen, Hippos, Blasböcke, Löwen, Geparden, Tiger, Erdmännchen, Schlangen, Krokodile, Warane,  Strauße, Affen, Schildkröten, Hasen,  Warzenschweine und Pfauen gesehen. Von den Elefanten und Rinos waren leider nur die riesigen Hinterlassenschaften mitten auf den Wegen zu sehen. Aber wir werden sicher noch einen Ausflug in diesen wunderschönen Park machen und weiter darauf hoffen welche zu entdecken.  Am Tag danach haben wir eine zweistündige Quadtour gemacht. Das war teilweise wirklich tricky und wir fuhren nicht selten in die Büsche oder Seen. Der Weg war sehr abwechslungsreich, steinig und mit extremen Steigungen versehen. Also waren Adrenalinstöße vorprogrammiert. Wir hatten so viel Spaß gut gepaart mit einem Hauch Nervenkitzel. Zudem haben wir nebenbei auch wieder Wildtiere beobachten können und eine sehr aufdringliche, freundliche Giraffe getroffen. Sie heißt Abbey und liebt es von den Besuchern gekrault und gestreichelt zu werden. Ganz besonders hat sich diese enorm große und so hübsch anzusehende Tier in Micha verliebt. Wir nehmen an, wegen seines Bartes! …






Nach einer Weile hat sie uns dann aber doch wieder gehen lassen und wir konnten unsere Tour fortsetzen. Nach zwei Stunden höchster Konzentration waren wir dann alle sehr geschafft und haben uns zum Abschluss noch ein Eis gegönnt. Unsere Rückfahrt verzögerte sich etwas, da eine sehr große Schildkröte, die wir unmöglich wegtragen konnten unser Auto umrundete.







Das Zusammenleben in der WG gefällt mir immer besser. Die Mädels sind alle sehr entspannt und es vergehen keine zehn Minuten in denen wir nicht gemeinsam lachen! Unseren großen Garten nutzen wir inzwischen für Workouts und natürlich zur Entspannung in ein paar freien Minuten.





Mittwoch, 16. September 2015

In den letzten Wochen hat sich hier viel getan und ich habe sehr viel Neues erlebt.
Seit Kurzem habe ich eine feste Aufgabe für die Vormittage gefunden. Ich betreue nun täglich, außer Mittwochs, vier „LittleOnes“, also vier Kleinkinder, die noch nicht alt genug für den Kindergarten sind. Drei Jungs: Kisumla, Miso und Gnobi & ein Mädchen: Leaslumla.
Diese Aufgabe erfüllt mich sehr und ist natürlich auch sehr nah an meinem Berufsbild orientiert. Meine LittleOnes sind zwischen zwei und drei Jahren alt und sind noch sehr am Anfang ihrer englischen Sprachentwicklung. Die Verständigung funktioniert trotzdem super.
Die Aunties (die zuständigen Hausmütter) sind dankbar für jede Hilfe und freuen sich über einen kurzen Schnack am Morgen, wenn ich die Kleinen aus ihren Units abhole.
Untergebracht sind die Kinder in verschiedenen Units auf dem „Glen Stella Campus“. Dort leben hauptsächlich Waisenkinder in Familiengruppen zusammen. Auf dem Gelände gibt es zudem einen eigenen Kindergarten (die Pre-School), der von Auntie Olive betreut wird.
Letzte Woche habe ich meine Gitarre mitgenommen und gemeinsam mit den Kleinen gesungen und herumgeklimpert. Pure Begeisterung!
Auch Knete war ihnen bis letzter Woche gänzlich unbekannt und nachdem wir geklärt hatten, dass man Knete wirklich nicht essen kann, egal wie gut sie auch riecht, begannen wir gemeinsam die ersten Formen zu kneten. Gerade die Förderung der Feinmotorik ist bei den LittleOnes besonders wichtig, da sie andersweitig nicht spezifisch gefördert werden.



Mittwochs mache ich an der A.W. Barnes Primary School den Sportunterricht mit den siebten Klassen. Dutchball (Völkerball) und eins der von mir mitgebrachten Spiele (Alaska) sind dort bisher am beliebtesten. Auf Englisch ein neues Spiel zu erklären ist gar nicht so leicht. Aber das Erklären mit Händen und Füßen liegt mir. Die Siebtklässler sind auf der Primary School die Abschlussklassen und haben unendlich viel Motivation zur Bewegung. Meine grüne Trillerpfeife ist daher schnell meine neue, beste Freundin geworden.
Zum Abschluss habe ich in den letzten Stunden den „Banana-Song“ angeleitet. Ich war überrascht, wie gut dieser bei den ältesten Schülern ankam. Wir haben ihn dann direkt umgedichtet zum „Potatoe-Song“. Die südafrikanischen Kinder und Jugendlichen bewegen sich auf eine komplett andere Art als die Kinder, mit denen ich bisher gearbeitet habe. Es scheint, als drücken sie ihre Lebensfreude durch musische Bewegung und Tanz aus. Jede Bewegung ist rund und geht direkt in die nächste über und selbst die Jungen besitzen einen sehr gekonnten Hüftschwung. Daher bieten sich diese Mitmach-Singspiele gut als Auflockerung oder Opener an.
Da ich mittwochs die erste Stunde frei habe, bin ich durch Zufall auf eine der Chorstunden gestoßen. Der Sohn des Schulleiters leitet diese Chorstunden und lud mich ein, zu bleiben. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen! Ich wurde direkt mal in den 1. Sopran gesteckt und habe zwei neue Lieder gelernt. Wunderbar. Dort werde ich nun jeden Mittwoch eine Stunde mitmachen. 



Nachmittags im Kinderheim gibt es jeden Tag unterschiedlich viel zu tun. Die Aktionen gehen von; bei den Hausaufgaben helfen, über spazieren gehen, Fußball oder andere kleine Spiele spielen, die Kinder zum Squash, Judo zum Strand oder zur Farm fahren bis hin zum Befüllen der Biogasanlage. Demnächst wollen wir gemeinsam ein neues Projekt beginnen. Die Kinder sind sehr daran interessiert Armbänder selber zu knüpfen. Und da ich noch einige Techniken im Kopf habe, passt dies ganz prima.

Die Autosituation ist inzwischen mit zwei Autos um einiges entspannter und macht es uns möglich, so viele Nachmittagsprojekte wie möglich wahrzunehmen! Darunter zählen; zwei Fußballprojekte, ein Handballprojekt, Reittherapie, Triathlon und bald wahrscheinlich noch Rudern und Paddeln. Also gibt es eigentlich keinen Nachmittag, der nicht verplant ist.

Ab dem 22.September sind wir endlich vollzählig. Lea, also meine Projektpartnerin ist endlich 18 Jahre jung geworden und darf nun auch ihr Jahr beginnen. Ich freue mich sehr auf sie und bin gespannt auf die gemeinsame Zeit. Bisher habe ich die Arbeit auf dem Glen Stella Campus, im Kinderheim und den Sportunterricht alleine bewerkstelligt. Gemeinsam haben wir allerdings noch viel mehr Möglichkeiten und können hoffentlich unsere Ideen teilen und erweitern.
Das WG Leben sagt mir bisher sehr zu. Wir sind eine bunt gemixte Truppe und kommen wahrscheinlich auch gerade deswegen sehr gut miteinander aus. Wir lachen viel gemeinsam und arbeiten Hand in Hand. Die Unterschiede machen Spaß und geben die Chance eigene Meinungsbilder in Frage zu stellen und sich selbst neu kennenzulernen.
In unserer Freizeit versuchen wir so viel wie möglich zu unternehmen und gemeinsam die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Wir haben beispielsweise schon einen südafrikanischen, katholischen Gottesdienst besucht, waren so oft es geht am Strand, probieren neue Speisen und gehen gemeinsam ins Fitnessstudio. Wir versuchen uns so gut wie es geht in die Community zu integrieren und ich werde sicher demnächst noch von meinen anderen neuen Erfahrungen dahingehend berichten.







Ich werde hier auf meinem Blog keine Bilder der Kinderheim und Glen Stella Kinder einstellen. Dies ist aus rechtlichen Gründen nicht gestattet. Ich versuche aber trotzdem, alles so anschaulich und bildreich wie möglich zu gestalten.

Dienstag, 25. August 2015

Ankunft & erste Eindrücke


Am letzten Samstag ging es also los. Wir saßen zu siebt im Flieger und konnten es noch immer nicht fassen! Der Flug war relativ entspannt und auch die 7 Stunden Wartezeit zwischendurch haben wir gut rumgekriegt. Nach dem Umstieg in Johannesburg wurden wir von Brett und Lars vom Flughafen in East London abgeholt. Nach einer herzlichen Begrüßung in Brett's home fuhren wir zu unseren Häusern. Wir 5 Mädels wohnen in einem relativ großen Haus mit vier Zimmern. In den erstenTagen waren wir damit beschäftigt sauber zu machen, einzukaufen, Auto fahren zu lernen (Linksverkehr klingt schwieriger als er ist) und einfach anzukommen.
Gestern sind wir mit Brett in die Townships gefahren um uns alle Schulen und das Kinderheim anzuschauen und uns vorzustellen. Wir wurden überall sehr überschwänglich und mit viel Vorfreude begrüßt. Es war nicht schwer die echte Dankbarkeit der Zuständigen vor Ort zu spüren! Auch die Kinder waren sehr interessiert an uns. Wir begrüßten sie mit einem ersten "Molo wena" (Hallo ihr alle). Die Zustände in den Townships sind sehr unterschiedlich und gleichzeitig erschreckend. So ein einfaches Leben und dies teilweise sehr weit unter der Armutsgrenze kann man sich kaum vorstellen. Manche Menschen leben in kleinen Steinhäusern, andere in zusammengesetzten Hütten aus allerlei Müll und Dingen, die sie in ihrer Umgebung finden. Ich bin gespannt, welche weiteren Eindrücke wir in diesen Gebieten noch sammeln werden.
Gestern Abend waren wir dann zu einem besonderen Konzert eingeladen. Zum 20jährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Niedersachsen und dem Eastern Cape waren einige Chöre und Musikgruppen zu Gast. Darunter auch einer aus Hannover, welcher seit zwei Wochen durch Südafrika getourt ist. Die Vermischung dieser Kulturen war atemberaubend und einzigartig. Wo erlebt man schon ein Konzert, bei dem die Ministerin aufsteht und vor allen Zuschauern und den Chören anfängt zu tanzen. Der komplette Saal war ergriffen von diesem Abend und der besonderen Atmosphäre. Für uns Freiwilligen war es eine gute Möglichkeit erstmals in der Community vorgestellt zu werden. Nach dem Konzert wurden wir noch zum AfterGlow eingeladen, bei dem wir die ersten traditionellen Gerichte probieren konnten und uns mit den Anwesenden austauschten.

Die ersten Tage waren ereignisreich und gut, um einen ersten Einblick in das Land und die Menschen hier zu bekommen.
Heute fahre ich mit Lars' Frau Nicole auf die Farm, damit sie mich in die Thematik der Reittherapie einführen kann, Anschließend beginnt mein erster Arbeitstag im Children's home.

Montag, 17. August 2015

Die Aufregung steigt..

Das Sommerlager der Messdiener Duderstadt ist geschafft und nun verbringe ich meine letzte Woche im vertrauten Deutschland. Nachdem alle Umstände bezüglich Visum und Flug geklärt sind, heißt es für mich hier so langsam Abschied nehmen. Gestern habe ich eine Abschiedsfeier mit der Familie und den engsten Freunden gemacht. Das war ein gebührender und teilweise auch sehr persönlicher Abschluss. Es gab allerlei Fotogeschenke und ein Video von meiner Familie.
Nun beginne ich so langsam meine Koffer zu packen und mich seelisch auf die große Reise vorzubereiten. Jede Minute der letzten Tage Zuhause ist verplant und gefüllt mit kleinen und großen Abschieden. Bei meiner Mama darf ich mir daher für jeden Tag das Mittagessen aussuchen! Das ist eines der Geschenke, dass so richtig von Herzen kommt, bzw. vom Bauch :)
Aber Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen!

Ich bedanke mich für jede Unterstützung, die ich während der Vorbereitungszeit auf Südafrika von Familie, Freunden und Bekannten bekommen habe. Ihr seid wirklich klasse! Und ich weiß, was ich an euch habe!

Am Samstag geht es los. Ich werde mit sieben weiteren Freiwilligen aufbrechen und gemeinsam werden wir dort das Abenteuer unseres Lebens begehen.

In dieser Zeit werde ich so oft wie möglich versuchen, euch hier auf dem Laufenden zu halten.
Also schaut mal wieder rein ;)

"Sport has the power to change the world" (Nelson Mandela)

Freitag, 5. Juni 2015

Viel zu erledigen..

So langsam lässt der Stress wieder nach. Die erste Zeit im Abschlusspraktikum ist vorüber und auch der Visumsantrag ist abgeschickt. Im Moment bin ich dabei einen möglichst großen Spenderkreis aufzubauen.
Damit hat es folgendes auf sich:

Mein Auslandsaufenthalt wird zu 75% vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung getragen. Den übrigen Teil übernimmt meine Entsendeorganisation. Als Freiwilliger unterstütze ich dies, indem ich einen Spenderkreis in Höhe von 1.500,- EUR aufbaue. Jeden Euro, den ich über den genannten Betrag hinaus sammle, kann ich direkt für meine Projekte vor Ort verwenden - zum Beispiel um mit ihnen in den Zoo zu fahren, einen Tag am Strand zu verbringen oder ein neues Projekt zu starten.

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und mich bei meinem Abenteuer unterstützen wollt, nehme ich eure Spenden dankend an! Zudem können die Spenden auch von der Steuer abgesetzt werden, dazu bekommt ihr eine Spendenquittung von meiner Entsendeorgansation ASC Göttingen zugeschickt.

Das BESONDERE bei dieser Art von Spende ist, dass ihr genau wisst, wo es ankommt und über meinen Blog über das Jahr hinweg beobachten könnt, was mit eurem Geld Gutes getan werden kann.

Also los! Helft mir und spendet!!
Jede noch so kleine Spende wird helfen!

Hier das Spendenformular. Dies könnt ihr euch einfach kopieren und an mich versenden.



Bitte an mich zurück senden!


Kontakt:

Linda Hampel
Westertorstraße 56
37115 Duderstadt
05527/1706
lindi_ha@yahoo.de


[  ] Ja, wir möchten einmalig spenden

[  ] Ja, wir möchten monatlich spenden




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Spendenbescheinigung erwünscht

Ja [  ]      Nein [  ]
Betrag     €______

               
Die Spende muss an folgendes Konto überwiesen werden:

Kontoinhaber: ASC Göttingen
IBAN: DE 10260500010000111062
Kredit Institut: Sparkasse Göttingen
BLZ: 260 500 01
Verwendungszweck: Spende weltwärts Linda Hampel





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Ort, Datum                                                                                                                      Unterschrift