Dienstag, 20. Oktober 2015

Die Sache mit dem Planen..

Heute hatten wir Mädels hier in East London einen sehr aufregenden Tag, der fast zu 100% von unserem eigentlichen Tagesplan abwich.
Wir sind an diesem Samstagmorgen ganz entspannt gemeinsam aufgestanden, haben in Ruhe gefrühstückt, eine Einkaufsliste für später geschrieben und den Tagesplan aufgestellt.
Dieser sah wie folgt aus: Beacon Bay Kinder vom Glen Stella Campus abholen, zu einem Reittunier fahren, dort gemeinsam einen spannenden Tag verbringen, die Kinder zurückbringen ins Kinderheim, Einkaufen und den Tag ausklingen lassen.
Soweit der Plan.

Als wir auf dem Glen Stella Campus ankamen, wurden wir von allen Kindern sehr begeistert begrüßt und wir nahmen uns eine Weile Zeit, um hier und da einen kleinen Plausch zu halten und die Beacon Bay Kinder zusammenzutreiben. Als wir nach einem der ältesten Mädchen (N.) fragten, sagten uns die anderen Kinder, dass sie in der Unit sitzt und weint. Sie war auf dem Play Ground hingefallen und hatte sich wohl das Knie verletzt. N. ist keines der Kinder, dass bei jeder Kleinigkeit weint. Eigentlich ist sie sehr taff. Da schon eine deutliche Schwellung am Knie zu beobachten war begannen wir sofort das Knie zu kühlen und besprachen mit den Aunties den weiteren Plan. Das Problem war, dass es zu dieser Zeit keinen Transport auf dem Campus gab, aber allen klar war, dass N. zum Arzt muss. Also fuhren Leslie und ich mit der Auntie und N. ins Krankenhaus, während Lea und Silvana sich mit sechs Kindern auf den Weg zum Reiten machten.
Nach über einer halben Stunde Fahrt zum Krankenhaus saß N. in einem Rollstuhl, ihre Anamnese wurde aufgenommen und dann hieß es erstmal warten und Geduld haben.
Die Notaufnahme in der wir saßen, hatte keinen separaten Eingang für die Krankenwagentransporte, diese wurden zwischen Wartezimmer und Behandlungsräumen direkt durch geschoben.
Das Krankenhaus wirkte hygenisch und das Personal sichtlich engagiert, aber es ist trotzdem nicht damit zu vergleichen, was wir in Deutschland gewohnt sind. Dies heißt aber nicht, dass es negativ zu bewerten wäre. Es ist an die Bedürfnisse der Patienten angepasst und es geht mehr um Genesung als um Wohlfühl-Atmosphäre. Interessant war außerdem das System, nach dem die Reihenfolge der Patienten ausgewählt wurde. Es gibt drei verschiedenfarbige Aufkleber, die bestimmen, wer wann drankommt. Diese Aufkleber werden nach der Anamnese auf die Mappen der Patienten geklebt, um ihre folgende Behandlung zu begleiten. Rot für dringend, Orange für mäßig-dringend, Grün muss warten, bis alle roten und orangen Aufkleber dran gekommen sind.
Dieses System funktioniert relativ gut und ist zudem an die Notwendigkeit zur Behandlung gekoppelt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Notaufnahme von zwei Polizisten bewacht.
Nach vier Stunden warten in der Notaufnahme war N. endlich dran und konnte behandelt werden.



Ihre Kniescheibe war bei dem Sturz rausgerutscht und hat den Schmerz verursacht. Eine Bandage und ein paar Tage das Bein nicht zu stark belasten war die ärztliche Anweisung.
Auf dem Weg zurück ins Kinderheim durfte N. die Musik bestimmen und konnte auch endlich wieder lachen. Leslie und ich waren einfach nur froh, dass nichts schlimmeres passiert ist und die Auntie war uns unendlich dankbar für den Transport und die Begleitung an diesem Tag.
Im Kinderheim trafen wir dann auch Lea und Silvana wieder, die nach dem Reiten ein spontanes Tennistunier im Garten veranstaltet haben.
Nochmals bedankten sich die Aunties und N. bei uns und wir fuhren nach einem langen, etwas zu aufregenden Tag nach hause. Fürs Einkaufen war es inzwischen zu spät und zum Kochen hatte keiner mehr Lust. Also gingen wir gemeinsam was Essen und tauschten uns noch einmal über den Tag aus.


Man kann jeden Tag so gut wie nur möglich durchplanen..
                                                                                         
                                                             ..man darf nur nicht vergessen spontan zu bleiben!



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